Masterstudierende fair bewerten

Im Europäischen Master of Science in Ergotherapie stammen die Studierenden wie auch die Dozierenden aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Ebenso vielfältig sind die Bildungssysteme und der Stand der Ergotherapie in ihren Herkunftsländern. Wie gelingt es da, die Studierenden einheitlich zu behandeln? Mit dieser Frage setzten sich die Dozierenden an einem Workshop in Winterthur intensiv auseinander.

Die Dozierenden des Europäischen Masterstudiengangs kommen von der Amsterdam University of Applied Sciences (NL), der University of Brighton (UK), dem University College Zealand (DK), dem Karolinska Institutet (SWE) und dem Institut für Ergotherapie der ZHAW. Auch die Studierenden stammen pro Kohorte aus mindestens fünf bis sechs Ländern inner- und ausserhalb Europas. Während des zweijährigen Programms erbringen die Studierenden verschiedene Leistungsnachweise – alle in Form schriftlicher Arbeiten, die die Lehrkräfte beurteilen und mit Feedback versehen. Dabei stehen die Dozierenden vor der Herausforderung, die Arbeiten trotz der unterschiedlichen Hintergründe der Studierenden fair und konsistent zu beurteilen.

Die Grundlage der Beurteilung bilden die definierten Abschlusskompetenzen der Module und des Programms als Ganzes, schriftlich festgehaltene Kriterien für die Überprüfung dieser Kompetenzen und ein klar definierter Prozess. Allerdings reicht dies nicht. Darüber hinaus müssen sich die Dozierenden laufend über den Beurteilungsprozess und die Kriterien austauschen, die eigenen Beurteilungen hinterfragen und neue Team-Kolleginnen und -Kollegen in das System einführen.


Prüfung der Prüfenden

Dieser Austausch findet regulär an mehreren Teamsitzungen pro Jahr statt. Auch überprüft das «Examination Board» des Studiengangs die Prozesse regelmässig. 2017 auferlegte sich das Dozierendenteam zusätzlich zwei Tage, um die angestrebten Kompetenzen, die Beurteilungskriterien und -prozesse gezielt zu reflektieren, weiter zu entwickeln und die sogenannte «Basic Examiner Qualification» vorzubereiten. Für diese Qualifikation müssen alle Dozierenden eine Arbeit über zwei Leistungsnachweise schreiben. Darin reflektieren sie, ob die Fragestellung und die Beurteilungskriterien zum vermittelten Stoff passen, respektive zu den Kompetenzen, die im entsprechenden Modul erreicht werden sollten. Darauf aufbauend formulieren sie Verbesserungsvorschläge.

Als Vorbereitung auf diese schriftlichen Arbeiten traf sich im Mai 2017 fast das vollständige Team des Europäischen Masters of Science für einen zweitägigen Workshop an der ZHAW in Winterthur. In intensiven Einzel- und Gruppenarbeiten bearbeiteten sie die Fragen, die nun jedem einzelnen Dozierenden als Basis für seine Examiner Qualification dienen und nicht zuletzt den Studierenden zugutekommen.

Mehr zum Europäischen Masterstudiengang