Ein Tag als Ergotherapeut

«Es kann so schnell gehen und man hat einen Unfall oder eine Krankheit und das Leben geht nicht mehr so leicht», so das Fazit eines der zwölf Jungen, die am nationalen Zukunftstag an der ZHAW die Ergotherapie kennenlernten.

Backen mit einer simulierten Sehstörung: «Das ist gar nicht so einfach!», stellt ein Junge fest. Zusammen mit elf anderen Fünft- bis Siebtklässlern hatte er sich für das Angebot «Ein Tag als Ergotherapeut» an der ZHAW angemeldet. Dabei handelt es sich um ein neues Spezialprogramm des nationalen Zukunftstags, bei welchem Jungen in insgesamt 30 Institutionen in der Schweiz einen Tag lang die Ergotherapie kennen lernen durften. Aber was tut ein Ergotherapeut überhaupt? Diese Frage stand am Anfang der Einleitung des Dozenten Josef Adam, der zusammen mit seiner Kollegin, Eva Stamm, und mehreren Studentinnen und Studenten durch den Tag führte. «Ergotherapeuten arbeiten mit Menschen, die etwa einen Unfall hatten oder durch eine Krankheit beeinträchtigt sind. Sie unterstützen ihre Patienten dabei, mit ihrem Alltag klar zu kommen und das machen zu können, was ihnen wichtig ist – eben, zum Beispiel backen», so Josef Adam.

Was Ergotherapeuten sonst noch tun, erfuhren die Jungen in der Werkstatt der Fachhochschule. So erstellten sie gemeinsam mit den Studenten eine Griffverdickung, ein Hilfsmittel, dank welchem Klienten mit wenig Kraft in der Hand einen Schreibstift besser halten können. Oder sie bauten einen Papierdrachen mithilfe einer Handlungsanleitung. Solche Anleitungen erstellen Ergotherapeuten oft für Klientinnen und Klienten, die Mühe haben, sich zu organisieren – etwa, weil sie ADHS haben.

Einblick in die Praxis

Wie die Arbeit als Ergotherapeut in der Praxis aussehen kann, erlebten die Jungen am Nachmittag. Aufgeteilt in Gruppen wurden sie je von einem Ergotherapeuten am KSW, in der Integrierten Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland und verschiedenen Ergotherapiepraxen erwartet. Dort durften sie bei den Therapien dabei sein oder Experimente und Übungen machen.

Das Fazit des langen Tages: Zwölf müde, aber zufriedene Gesichter und Nicos Lob: «Vielen Dank für diesen Tag. Das hat mich jetzt total interessiert und ich könnte mir gut vorstellen, Ergotherapeut zu werden.»