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Prämierung der besten Bachelorarbeiten im Studiengang Pflege durch den SBK

Am 1. Juli 2022 präsentierten die Studierenden des Studiengangs Pflege, zusammen mit allen anderen Studiengängen am Departement Gesundheit der ZHAW ihre Bachelorarbeiten zum ersten Mal nach zwei Jahren wieder vor Ort vor einem grossen Publikum. Am Ende der Veranstaltung wurden die besten Bachelorarbeiten der sechs Studiengänge von den Berufs- und Fachverbänden ausgezeichnet.

Prämierte Arbeit Grundstudiengang BSc Pflege

Bei den Grundstudierenden im Studiengang Pflege wurde die Bachelorarbeit von Frau Janine Fuchs und Frau Salome Männchen mit dem Titel «Doppelte Belastung: Zwischen der Diagnose Hirntod und der Entscheidung einer Organspende - Pflegerische Interventionen, um Angehörige im Entscheidungsprozess einer möglichen Organspende eines Familienmitgliedes mit diagnostiziertem Hirntod zu unterstützen» prämiert. Begleitet wurde die Arbeit von Frau Brigitte Fuchs-Eschmann.

Die Diagnose Hirntod kommt oft plötzlich, und wenn der Wille bezüglich einer Organspende nicht geäussert wurde, müssen Angehörige die Entscheidung einer möglichen Organspende übernehmen. Daher gingen die Studierenden der Frage nach, was die (Forschungs-)Literatur zu pflegerischen Interventionen sagt, um Angehörige von Familienmitgliedern mit diagnostiziertem Hirntod im Entscheidungsprozess einer möglichen Organspende zu unterstützen. Basierend auf ihrer Literaturrecherche konnten die Studierenden folgende Themenbereiche für pflegerische Interventionen definieren: Informationsbedarf, Abschiednehmen von Familienmitgliedern und Verhalten von Gesundheitspersonal. Daraus resultierten Interventionen, welche Angehörige in dieser Situation unterstützen. Aufgrund der zahlreichen Nennungen in der Literatur, dass die Angehörigen insuffiziente Informationen erhielten, scheint die wichtigste pflegerische Intervention zu sein, diesen Informationsfluss zu optimieren. Die notwendigen Informationen umfassen vor allem, die Diagnose Hirntod in Abgrenzung zum Koma aufzuzeigen sowie die Konsequenzen der Entscheidung bezüglich der Organspende. Die Vermittlung von Informationen per se wurden von Angehörigen als eine emotionale Unterstützung wahrgenommen und eine personenzentrierte Haltung akzentuierte dies. Dazu entwickelten die Studierenden eine Broschüre, welche dem Bedürfnis der Angehörigen nach angemessenen Informationen entgegenkommt. Durch die in der Bachelorarbeit aufgeführten pflegerischen Interventionen können Angehörige in der Entscheidung einer möglichen Organspende ihres Familienmitgliedes mit diagnostiziertem Hirntod unterstützt werden.

Prämierte Arbeit im Studiengang BSc diplomierte Pflege

Beim berufsbegleitenden Bachelorstudiengang der Diplomierten Pflegenden wurde die Arbeit von Frau Michaela Müller und Frau Valerie Ryser mit dem Titel «Gebrechlichkeit und Rehospitalisation – ein unvermeidbares Phänomen?» prämiert. Diese Arbeit wurde von Frau Prof. Dr. Katharina Fierz begleitet.

Obwohl bekannt ist, dass eine Hospitalisation für gebrechliche Menschen über 65 Jahre mit gesundheitlichen Problemen verbunden ist, kommt es jährlich zu 1500 potentiell vermeidbaren Rehospitalisationen. Zu früh oder schlecht geplante Austritte sowie eine mangelhafte Koordination im Gesundheitssystem werden als Ursache dafür gesehen. Das Wissen über Interventionen, die geeignet sind, Rehospitalisationen zu vermeiden, ist noch ungenügend. In der Bachelorarbeit wird nach pflegerischen Massnahmen zur Reduzierung der potenziell vermeidbaren Rehospitalisation von gebrechlichen Patientinnen und Patienten über 65 Jahre ohne kognitive Einschränkungen gesucht. Die Ergebnisse konnten in vier Kategorien eingeteilt werden: Einmalige Intervention, wiederholende Intervention, interdisziplinäre Einzelintervention und kombinierte Intervention. Eine wirksame Intervention ist Setting-übergreifend und bezieht die verschiedenen beteiligten Berufsgruppen sowie die Angehörigen mit ein. Einzelinterventionen zeigten keine Verbesserung der Rehospitalisationsraten. Generell kann jedoch gesagt werden, dass eine wirksame Intervention Setting-übergreifend stattfindet und die verschiedenen beteiligten Berufsgruppen sowie die Angehörigen miteinbeziehen soll. Die Intervention, um Rehospitalisationen zu vermeiden, beginnt daher bereits auf der Notfallstation oder in der stationären Versorgung und muss ambulant oder im Alters- und Pflegezentrum weitergeführt werden. So kann ein Programm ausgearbeitet werden, dass bereits bei der Hospitalisierung ansetzt und die betroffenen Personen in das nächste Setting begleitet. Zudem ist es wichtig, dass ein fortlaufender persönlicher Kontakt zu einer Pflegefachperson besteht, welche Assessments und eine individualisierte Pflegeplanung durchführen kann sowie die Möglichkeit hat, weitere medizinische Behandlung oder Diagnostik zu initiieren. Eine rein telefonische Beratung hat sich als nicht wirkungsvoll erwiesen, da die Einschätzung des eigenen Gesundheitszustands für Patienten und Patientinnen schwierig ist. Regelmässige Telefongespräche mit einer Pflegefachperson können jedoch eine gute Ergänzung sein, um kurzfristige Fragen zu klären. Die Intervention sollte kontinuierlich und über einen längeren Zeitraum andauern, da es sich um eine Patientengruppe handelt, die langfristig eine umfassende Unterstützung benötigt. Weitere Forschung im schweizerischen Kontext ist erforderlich, da die internationale Studienlage unterschiedliche Ergebnisse zeigt.

Mit diesen beiden Bachelorarbeiten griffen die Studierenden einerseits ein gesellschaftspolitisch diskutiertes Thema andererseits ein pflege- wie ökonomisch relevantes Thema auf. Die Verfassenden leisteten mit ihren Bachelorarbeiten einen fundierten Beitrag zur innovativen Weiterentwicklung des Fachgebietes Pflege. Sie konnten sich über je eine Laudatio von Frau Claudia Künzler, Mitglied der Qualitätskommission der SBK Sektion ZH, GL, SH und je ein Geschenk in Form von Büchergutscheinen seitens des SBK freuen. Frau Künzler hob in den beiden anregenden und eindringlichen Lobreden die Bedeutung der jeweiligen Bachelorarbeit für die Profession Pflege hervor, zeigte deutlich auf, welchen Herausforderungen Pflegefachpersonen in der jeweiligen Situation begegnen und machte deutlich, warum diese beiden Arbeiten einer Prämierung würdig waren.

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