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Aufbau des Bachelorstudiengangs Ergotherapie in der Mongolei

In der Mongolei steckt die Ergotherapie noch in den Kinderschuhen. Daher unterstützte das ZHAW-Institut für Ergotherapie den Aufbau eines Bachelorstudiengangs in Ergotherapie an der Mongolian National University of Medical Sciences (MNUMS). Das Kooperationsprojekt geht auch nach Abschluss der ersten Absolventinnen und Absolventen weiter.

Auf Wunsch verschiedener mongolischer Interessengruppen gingen der Weltverband der Ergotherapeutinnen und -therapeuten (WFOT) und das Departement Gesundheit der ZHAW vor über zehn Jahren eine Partnerschaft mit der Mongolian National University of Medical Sciences (MNUMS) in Ulan Bator ein. Ziel der Kooperation ist die Etablierung der Profession Ergotherapie in der Mongolei. Ein grundlegender Baustein dafür ist eine in der Mongolei verankerte Ausbildung in Ergotherapie. Dozierende der ZHAW bildeten deshalb zwischen 2010 und 2014 in Train-the-Trainer-Kursen Rehabilitationsärzte und Pflegende der MNUMS in ergotherapeutischen Grundkonzepten aus und unterstützten die Curriculumsentwicklung. 2014 startete der neue Bachelorstudiengang an der MNUMS und im Mai 2018 nahmen die ersten Absolventinnen und Absolventen ihr Diplom entgegen. 

Berichte und News

Meilensteine

  • 2018 Erste Studierende schliessen mongolischen Bachelorstudiengang in Ergotherapie ab
  • 2014 Start erster Bachelorstudiengang in Ergotherapie an der MNUMS
  • 2014 Abschluss des zweiten und letzten Train-the-Trainer-Kurses, Aufnahme einer Absolventin zum Europäischen Master of  Science in Ergotherapie
  • 2014 Mehrere Absolventinnen der Train-the-Trainer-Kurse werden in den Vorstand der neugegründeten Mongolian Occupational Therapy Association (MOTA) gewählt
  • 2013 Zusage der DEZA über finanzielle Unterstützung, um den zweiten Train-the-Trainer-Kurs abzuschliessen und die Curriculumsentwicklung voranzubringen.
  • 2012 Reise einer Delegation der HSUM School of Nursing nach Winterthur
  • 2012 Einreichen der Bewilligungsanfrage für einen Studiengang Bachelor in Ergotherapie an das zuständige Ministerium in der Mongolei
  • 2012 Start des zweiten Train-the-Trainer-Kurses
  • 2011 Abschluss des ersten Train-the-Trainer-Kurses
  • 2011 Treffen von Vertretern der HSUM und ZHAW in Ulan Bator und Unterzeichnung eines erweiterten Memorandum of Understanding zwischen der HSUM School of Nursing und dem ZHAW Departement Gesundheit
  • 2010 Start des ersten Train-the-Trainer-Kurses
  • 2008 Unterzeichnung eines Memorandum of Agreement zwischen der HSUM School of Nursing und der ZHAW Departement Gesundheit

Interview mit Christiane Mentrup

Wie kam es zu der Partnerschaft mit der Health Science University Mongolia?
Über viele Jahre habe ich in Leitungsfunktion im Weltverband der Ergotherapeuten mitgewirkt. Davon zwei Jahre lang als Vizepräsidentin dieser internationalen Interessensvertretung. Zu meinen Aufgaben gehörte die Leitung einer Bandbreite an internationalen Projekten, unter anderem der Aufbau Ergotherapieausbildung und -praxis in Ägypten und der Mongolei. Die Projektinitiative kam von zwei Zürcher Kolleginnen, die eine Ergotherapeutin, die andere Physiotherapeutin, die vor gut sechs Jahren ausgemusterte amerikanische Rollstühle für behinderte Menschen in der Mongolei anpassten. Während ihres Aufenthalts stellten sie schnell fest, dass sowohl Ergo- als auch Physiotherapie dort als Berufe noch nicht existierten. Auf den expliziten Wunsch von nationalen Klientenorganisationen traten sie an den Weltverband der Ergotherapeuten heran. Dies war der Startschuss für unser Projekt. Als Partner für die Zusammenarbeit bot sich sofort die Health Science University Mongolia an. 2009 starteten wir dort mit einem Train-the-Trainer-Programm. Im Herbst 2011 werden voraussichtlich 18 Teilnehmende diesen Grundlagenkurs in ergotherapeutischen Theorien abschliessen. Um unsere Zusammenarbeit weiter zu konkretisieren und offiziell zu dokumentieren, besiegelten wir diese im Frühjahr mit der Unterzeichnung einer Vereinbarung.

Was sind die Zielsetzungen dieser Partnerschaft?
Durch das Train-the-Trainer-Programm vermitteln wir mongolischen Ärztinnen und Ärzten und Pflegepersonal ergotherapeutisches Grundwissen. Dies ist die Basis für die Teilnahme am Master-Studiengang in Ergotherapie „Europäischer Master of Science in Ergotherapie“. Nach Absolvierung des European Master-Studiengangs können die mongolischen Kolleginnen und Kollegen als Dozierende tätig sein und zukünftige Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten auf Bachelor-Niveau ausbilden. Es war uns ein grosses Anliegen, die Multiplikatoren direkt im Land aufzubauen, statt langfristig auf internationale Dozierende angewiesen zu sein.

Was versprechen Sie sich von dieser Partnerschaft?
Wir vom Institut für Ergotherapie profitieren sehr vom kulturellen Austausch. Ein wichtiger Aspekt der ergotherapeutischen Arbeit ist die Klientenzentrierung. Wir betrachten unsere Klienten vor dem Hintergrund ihrer individuell unterschiedlichen sozialen, räumlichen und kulturellen Umweltbedingungen. Der intensive Kontakt mit Menschen in deren Heimatländern vermittelt uns Wissen und Erfahrungen über die Umsetzung von kultursensibler Praxis in der Schweiz und im Ausland. Langfristig möchten wir die Mobilität zwischen Dozierenden und Studierenden aus der Schweiz und der Mongolei fördern, beispielsweise durch Lehr- oder Praktikumseinsätze im jeweiligen Land. Unsere mongolischen Kolleginnen und Kollegen profitieren hoffentlich aber auch von unserer Expertise, um erfolgreich qualitativ hochwertige ergotherapeutische Ausbildung und Praxis in ihrem Land zu etablieren.

Christiane Mentrup ist Leiterin des Instituts für Ergotherapie der ZHAW

Impressionen

 

Interview mit Peter C. Meyer - Teil 1

Interview mit Peter C. Meyer - Teil 2

First steps of Occupational Therapy in Mongolia

Der Dokfilm «For every difficulty there is an opportunity» dokumentiert die ersten Schritte der Ergotherapie in der Mongolei. Der Film wurde mit der Unterstützung des Instituts für Ergotherapie der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften produziert.

Kooperationspartner