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FamilyStart

Ausgangslage

Die Gesundheitsversorgung von Neugeborenen und Müttern verlagert sich durch die Verkürzung des Spitalaufenthaltes nach der Geburt zunehmend in den spitalexternen Bereich. Die Organisation einer adäquaten Nachbetreuung in dieser kurzen Zeit wird für Familien und Klinikpersonal zu einer zusätzlichen Herausforderung.

Ziel FamilyStart

Familien mit Neugeborenen erhalten nach verkürztem Spitalaufenthalt eine bedürfnisgerechte Weiterbetreuung zuhause, welche die Risiken für die physische und psychische Gesundheit von Mutter und Kind minimiert und einen gesunden Lebensstart fördert.

In Kooperation mit Geburtskliniken, Mütterberaterinnen und ambulanten Leistungserbringern stellen Hebammen-Netzwerke eine koordinierte Gesundheitsversorgung am Lebensanfang sicher.

Praxisentwicklung mit wissenschaftlicher Begleitung

Um dieses Ziel zu erreichen unterstützt das Institut für Hebammen zwei Projektteams von freipraktizierenden Hebammen bei der Entwicklung und Einführung eines koordinierten postpartalen Versorgungsmodells:

FamilyStart beider Basel

FamilyStart Zürich        

Wissenschaftlich begleitet werden die Projekte durch das Institut für Hebammen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW, das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut und die Berner Fachhochschule Gesundheit.

Das Projekt FamilyStart umfasst

  • Bedürfnisanalyse bei Müttern und Vätern von Säuglingen 
    Weitere Informationen (PDF, 94 KB)
  • Bedarfsanalysen mit Fachpersonen der spitalinternen und -externen postpartalen Versorgung
  • Aufbau von Hebammen-Netzwerken
  • Zusammenarbeit mit Geburtskliniken, Mütterberaterinnen und ambulanten Leistungserbringern
  • Entwicklung und Implementierung eines koordinierten postpartalen Versorgungsmodells
  • Sicherung der Finanzierung
  • Evaluation und Begleitforschung

Projektleitung

  • Dr. phil. Elisabeth Kurth
    Lehrbeauftragte Institut für Hebammen ZHAW
    Geschäftsführerin FamilyStart beider Basel

Bisher realisierte FamilyStart Projekte

FamilyStart beider Basel

FamilyStart Zürich

Versorgungsmodell FamilyStart

Um die Grundversorgung nach Spitalaustritt sicherzustellen, bieten regionale FamilyStart-Netzwerke interessierten Geburtskliniken eine vertraglich geregelte Betreuungsgarantie für die häusliche Nachsorge an.

Betreuungsangebot für Familien mit Neugeborenen

  • Hausbesuche durch Hebammen an 365 Tagen im Jahr
  • 12 bis 24 Std. Helpline für telefonische Beratung, Hebammenvermittlung und, bei Bedarf, Weitervermittlung an ärztliche und weitere Beratungsdienste

Barrierefreie Betreuung von fremdsprachigen Familien

  • Vermittlung von Hausbesuchen durch Personen mit entsprechender Sprachkompetenz
  • Zusammenarbeit mit nationalem Telefondolmetschdienst, falls Finanzierung dafür vorhanden

Integrierte Versorgung

  • Koordination mit Partnerkliniken für nahtlose Weiterbetreuung nach Spitalaustritt
  • Stärkung der interprofessionellen Zusammenarbeit mit Mütterberaterinnen, Pädiaterinnen und Pädiatern, Gynäkologinnen und Gynäkologen, Stillberaterinnen, Spitex und weiteren Beratungs- und Entlastungsdiensten für Familien

Schritt für Schritt zu einem FamilyStart Versorgungsmodell

Die Konzipierung und  Implementierung  eines FamilyStart Versorgungsmodells umfasst sechs Teilpakete (A - F). In den verschiedenen Projektphasen werden die Teilpakete schrittweise weiterentwickelt.  

Weitere Informationen (PDF 178,1 KB)

Informations supplémentaires (PDF 92,5 KB)

Begleitforschung FamilyStart

Fundierte Bedarfsanalysen bildeten die Grundlage zur Entwicklung eines bedürfnisorientierten Betreuungsangebots für Familien mit Neugeborenen. Verschiedene Forschungteams erhoben und analysierten die postpartalen Bedürfnisse von Eltern von Säuglingen, und die Sichtweisen der betreuenden Fachpersonen. 
Eine gesundheitsökonomische Studie widmet sich dem Kostenverlauf der postpartalen Betreuung vor und nach Einführung des FamilyStart Service. 
Die Umsetzung von FamilyStart wird in der Pilotphase wissenschaftlich evaluiert. Hier interessieren die Inanspruchnahme der Beratungs- und Vermittlungsleistungen, das Profil der Nutzerinnen und Nutzer und die Zufriedenheit von Klientinnen, Partnerkliniken und mitarbeitenden Hebammen.

Forschungsteams

Institut für Hebammen, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Link)

  • Dr. phil. Elisabeth Kurth
  • Elena Reusser, BSc
  • Lucienne Schmid, BSc

Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut (Link)

  • Prof. Dr. med.  Elisabeth Zemp Stutz
  • Dr. Christine Forrester-Knauss
  • Anna Späth, MPH
  • Patrick Hanlon, MPH

Berner Fachhochschule Gesundheit, Disziplin Geburtshilfe (Link)

  • Katrin Krähenbühl, MSc
  • Patrizia Frey, BSc
  • Susanne Reber, BSc

Gesundheitswissenschaften, Helsana-Gruppe 

  • Dr. Oliver Reich
  • Andri Signorel, MSc ETH

Weitere Personen

  • Luzia Fölmli, Mütter- und Väterberatung, Basel Stadt
  • Susanne Rodmann, BSc, Projektteam FamilyStart beider Basel (Link)
  • Isabel Fornaro, BSc, Projektteam FamilyStart beider Basel
  • Sandra Grieder, MSc, Projektteam FamilyStart Zürich
  • Carolina Iglesias, MSc, Co-Leitung FamilyStart Zürich
  • Claudia Putscher, MSc, MBA, Co-Leitung FamilyStart Zürich
  • Ursula Portmann, Projektteam FamilyStart Zürich
  • Dr. Manuela Eicher, Haute école de santé Fribourg
  • Dr. Cornelia Conzelmann, UNICEF Schweiz

Postpartale Bedürfnisanalyse bei Müttern und Vätern von Säuglingen (2010-2011)

Ziel

  • IST-Zustand der postpartalen Betreuung aus der Perspektive der Eltern von Säuglingen erfassen
  • Postpartale Betreuungsbedürfnisse im Hinblick auf eine frühe Spitalentlassung von Mutter und Kind erheben

Methode

  • Fokusgruppeninterviews mit Visualisierungselementen (dreidimensionale Darstellungen mit Kunststoffmaterialien)
  • 5 Gruppen in deutscher Sprache, 1 Gruppe in türkischer Sprache
  • Thematische Analyse der Daten nach Braun und Clarke (2006)

Teilnehmende

  • 18 deutschsprachige und 2 türkischsprachige Mütter
  • 4 deutschsprachige Väter

Ergebnisse

  • Damit sich Eltern von Neugeborenen nach einer frühen Spitalentlassung sicher fühlen in ihrer neuen Situation, sollen postpartale Versorgungsangebote einfach zugänglich, bei Bedarf 24 Std. abrufbar und untereinander vernetzt sein.
  • Damit die Mutter die nötige Erholung findet, soll bei Bedarf praktische Unterstützung beim Kochen und im Haushalt gewährleistet sein.

Projektleitung

  • Dr. Elisabeth Kurth, Forschungsstelle Hebammenwissenschaft, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
  • Katrin Krähenbühl, Berner Fachhochschule Gesundheit, Disziplin Geburtshilfe

Bedarfsanalyse bei Fachpersonen der Region Basel zur postpartalen Versorgung (2009-2011)

Ziel

  • aktuelle Situation der postpartalen Versorgung von Familien im Raum Basel aus der Sicht von Gesundheitsfachpersonen erfassen
  • Anforderungen an die zukünftige postpartale Versorgung nach Frühentlassung von Mutter und Kind aus dem Spital eruieren

Methode

  • Einzel- und Gruppeninterviews
  • Qualitative Datenanalyse nach Creswell (2003)

Teilnehmende

  • 22 Gesundheitsfachpersonen aus dem spitalinternen und spitalexternen Bereich (Hebammen, Mütterberaterinnen, Stillberaterinnen, Pädiater und Pädiaterinnen, Gynäkologen und Gynäkologinnen, Sozialarbeiterin)

Ergebnisse

  • Die Teilnehmenden beschreiben das heutige Nachbetreuungsangebot als vielfältig, aber mangelhaft koordiniert. Dies erschwert die Organisation der Nachbetreuung sowohl für Fachpersonen wie für Familien.
  • Als Grundlage für eine koordinierte und kontinuierliche postpartale Betreuung ist eine verbesserte interdisziplinäre Zusammenarbeit nötig. Dabei spielen regelmässiger Austausch, Klärung der Zuständigkeiten und Wertschätzung gegenüber anderen Berufsgruppen eine zentrale Rolle.
    Weitere Informationen (PDF 534,8 KB)

Projektleitung

  • Dr. Elisabeth Kurth, Forschungsstelle Hebammenwissenschaft, ZHAW

Bedarfsanalyse bei Fachpersonen der Region Zürich zur postpartalen Versorgung (2011-2013)

Ziel

  • aktuelle Situation der postpartalen Versorgung von Familien im Raum Zürich aus Sicht von Gesundheitsfachpersonen erfassen
  • eruieren, wie sich die Fachpersonen ein Betreuungsangebot vorstellen, das der Verkürzung des postpartalen Spitalaufenthaltes gerecht wird

Methode

  • Fokusgruppeninterviews mit Visualisierungselementen (dreidimensionale Darstellungen mit Kunststoffmaterialien)
  • 4 Gruppen à 6-9 Teilnehmenden
  • Thematische Analyse der Daten nach Braun und Clarke (2006)

Teilnehmende

  • 31 Gesundheitsfachpersonen aus dem spitalinternen und spitalexternen Bereich (Hebammen, Mütterberaterinnen, Stillberaterin, Pädiater und Pädiaterinnen, Gynäkologen und Gynäkologinnen, Sozialarbeiterin, Psychologin, Apothekerin)

Ergebnisse

  • Die Teilnehmenden schätzen das postpartale Betreuungsangebot als vielfältig ein, bemängeln jedoch die unzureichende Vernetzung unter den Fachpersonen.
  • Es bestehen unterschiedliche Meinungen, wer für die Organisation der Nachbetreuung die Verantwortung trägt.
  • Um Familien eine koordinierte Betreuung zu bieten, wünschen sich die Fachpersonen Möglichkeiten, um sich untereinander  kennenzulernen sowie eine Klärung von Verantwortlichkeiten und eine effiziente Infrastruktur für den Datenaustausch.

 Projektleitung

  • Dr. Elisabeth Kurth, Forschungsstelle Hebammenwissenschaft, ZHAW
  • Katrin Krähenbühl, Berner Fachhochschule Gesundheit, Disziplin Geburtshilfe

Kostenverlauf Geburten vor/nach Einführung des Koordinationsangebots FamilyStart (KOFAM) (2012-2013)

Ziel

  • Analyse des Kostenverlaufs für die stationäre und ambulante Betreuung von Geburten in Kantonen mit einem FamilyStart-Betreuungsangebot und in Kantonen ohne ein solches Angebot

 Methode

  • Berechnung des monatlichen Kostenverlaufs pro Fall in Kantonen mit einem Koordinationsangebot (BS/BL) und in Kantonen ohne ein solches Angebot

 Datenset

  • Kostendaten zur Geburts- und Wochenbettbetreuung der Krankenversicherung Helsana

 Projektleitung

  • Prof. Dr. med. Elisabeth Zemp Stutz, Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut, Basel

Evaluation Pilotphase FamilyStart beider Basel (2012-2013)

Ziel

  • die Inanspruchnahme von Beratungs- und Vermittlungsleistungen, das Profil der Nutzerinnen und Nutzer, die Zufriedenheit der Klientinnen, Partnerkliniken und mitarbeitenden Hebammen evaluieren während dem ersten Betriebsjahr. 

 Methode

  • Demographische und medizinische Datenerhebung
  • Schriftliche und mündliche Befragungen
  • Quantitative und qualitative Analysen

Datenset

  • Dienstleistungsstatistik von FamilyStart beider Basel
  • Zufriedenheitsbefragungen von Klientinnen, Partnerkliniken und Hebammen

Ergebnisse

  • Zirka jede dritte Familie mit einem Neugeborenen hatte nach Spitalentlassung keine Nachbetreuung organisiert und liess sich über das FamilyStart-Netzwerk eine Hebamme vermitteln. Auch während Ferien und Feiertagen hielt das Netzwerk die Betreuungsgarantie in der Region der Partnerkliniken aufrecht.
  • Die Helpline-Beratung wurde gleich häufig für Gesundheitsfragen von Mutter und Kind beansprucht. Bei der Mutter ging es v.a. ums Stillen und Brustprobleme, beim Kind um Ernährung, Ausscheidung, Schlaf- und Schreiprobleme. Insgesamt wurde die Beratung weniger häufig genutzt als die Hebammenvermittlung.
  • Die befragten Mitarbeiterinnen der Partnerkliniken und die Eltern gaben eine hohe Zufriedenheit mit dem Angebot von FamilyStart an. Durch die geregelte Nachsorge bedeutet die Zusammenarbeit mit FamilyStart für die Partnerkliniken eine Entlastung.
  • Während dem ersten Betriebsjahr sank die Arbeitszufriedenheit der Hebammen leicht, bewegte sich insgesamt jedoch auf einem hohen Niveau. 

Projektleitung

  • Prof. Dr. med. Elisabeth Zemp Stutz und Anna Späth, Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut, Basel

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