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Von Angewandter Wissenschaft zur Wissenschaft der Anwendung

(). Von Angewandter Wissenschaft zur Wissenschaft der Anwendung: Erfolgskriterien in der "trading zone" zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. In: Referat am F&E-Apéro über "Identität und Zukunft angewandter Forschung und Entwicklung". Winterthur: Stabsstelle F&E, ZHAW.

Angewandte Wissenschaften können dann erfolgreich sein, wenn sie sich zu Wissenschaften der Anwendung entwickeln. Denn die "vier Felder" (Renner) auf denen sie tätig sind (Theorie, Praxis, Wissenschaft, Gesellschaft), bilden ein komplexes, heterogenes und widersprüchliches Umfeld voller problematisierbarer „gaps“: Eine "Atmosphäre der Demokratie“ (Latour); eine Agora mit der Kapazität, auf Erkenntnisangebote, Unsicherheiten und Risiken von Wissenschaft kontrovers zu antworten (Nowotny, Scott & Gibbons); eine „trading zone“ zwischen Wissensformen, Methoden und Perspektiven (Galison). Gerade in Bezug auf die Identität und die Leistungen der Fachhochschulen finden sich durchaus widersprüchliche Erwartungen (duales Bildungssystem vs. "Hochschullandschaft Schweiz"; "Fach“-Hochschule vs. "Universitas" wissenschaftlichen Strebens; Rigorosität der Wissenschaft vs. Relevanz für die Praxis; dazu Kiener sowie Schmid). Die Positionen gilt es zu vermitteln - nicht durch das Prinzip der "Teufelsbrücke", das zauberhafte Lösungen beschwört und teuer verkauft, sondern durch das Prinzip "Rialto" (Stücheli-Herlach): Der Bedarf an wissenschaftlicher Problemlösung, deren Konkurrenzvorteile und Nutzen sind stets Verhandlungssache. Eine "Anwendung" ist deshalb keine von vornherein gesicherte Leistung, kein immer schon stabiler Prozess. Vielmehr müssen wir sie als das Formalobjekt jener wissenschaftlicher Tätigkeit verstehen, die im "Modus 2“ (Nowotny/Scott/Gibbons) bzw. mithilfe „transdisziplinärer" Methodiken (Mittelstrass) operiert und die zum Ziel hat, Erkennen und Handeln miteinander zu verschränken. Disziplinen der Anwendung stellt sich die Aufgabe, Themen zu setzen, ohne Ergebnisse zu determinieren (durch Forschungsprogramme und -module), verlässliche Methoden zu entwickeln, die mit Interaktion rechnen (selektive Fallstudien; kommunikative Forschungsorganisation) und die Praxis konstruktiv zu unterstützen (u. a. durch reflektieren, experimentieren, innovieren).