Rechnungslegung und Eigentümerrolle von öffentlich-rechtlichen Körperschaften bei Energieversorgungsunternehmen

Auf einen Blick

Projektleiter/in: Sandro Fuchs, Madeleine Gut

Projektteam: Christoph Schuler, Gheorghita Streiff, Gabriel Trinkler

Projektbeginn: 16.03.2015

Kurzdarstellung

Viele Schweizer Kantone sind direkt oder indirekt an Energieversorgungsunternehmen (EVUs) in der Schweiz beteiligt. Verbunden mit diesen Beteiligungen ergeben sich für die Kantone verschie-dene finanzielle Chancen und Risiken. Chancen in Form von Ertragspotential auf Basis laufender Dividendenerträge oder steigender Wertanteile der Beteiligungen. Risiken bestehen insbesondere dann, wenn Beteiligungserträge tiefer ausfallen als budgetiert, die Beteiligungen an Wert verlieren oder gar ganz abgeschrieben werden müssen.
In diesem Zusammenhang wäre die öffentliche Finanzberichterstattung ein geeignetes Instrument, um transparent über Beteiligungen an EVUs bzw. sich daraus ergebenden finanziellen Chancen und Risiken zu berichten. Eine erste explorative Analyse verschiedener kantonaler Finanzbericht-erstattungen zeigte, dass auf diesem Gebiet zu wenig adäquate Informationen über die Beteili-gungsverhältnisse und die damit verbundenen finanziellen Chancen und Risiken dargelegt werden. So gibt es beispielsweise zahlreiche Kantone, welche ihre Beteiligungen zu Nominalwerten bilanzieren und von einer marktorientierten Bewertung absehen, was, verglichen mit der wirt-schaftlichen Realität, zu tiefe Buchwerte zur Folge hat.
In der Schweiz besteht seit 2008 im öffentlichen Sektor ein Trend hin zu modernerer Finanzbe-richterstattung. Dies zeigt sich in der Entwicklung verschiedener Kantone, welche bereits von HRM1 auf HRM2 oder IPSAS umgestellt haben. Während unter HRM1 primär die finanzpolitische Sichtweise im Zentrum steht, werden mit HRM2 und insbesondere IPSAS umfassendere Bilanzie-rungs-, Bewertungs- und Offenlegungspflichten eingeführt, die sich zu wesentlichen Teilen an einer marktorientierten Sichtweise orientieren.