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Standardisierte Abklärung im Kindesschutz: Effekte auf Prozesse und Entscheidungen

Auf einen Blick

Beschreibung

Abklärungen bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung haben stets den Schutz der betroffenen Kinder gegen einen Eingriff in die Privatsphäre der Familie abzuwägen. Im Schweizer Kinderschutz ist dieses Vorgehen heute uneinheitlich und wenig transparent. Mit der Einführung eines evidenzbasierten Abklärungsinstruments und seiner Überprüfung auf Wirksamkeit und Anwendung in der Praxis besteht die Möglichkeit, diese unbefriedigende Situation zu verbessern. Erstmalig für den deutschsprachigen Raum wird ein standardisiertes und evidenzbasiertes Abklärungsinstrument im Kindesschutz evaluiert und auf seine Wirkungen geprüft. Dazu werden zwischen 2017 und 2021 Organisationen (insbesondere Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden), die das standardisierte Abklärungsinstrument eingeführt haben, mit solchen verglichen, die ihre bisherige Abklärungspraxis weiterführen.  Ein zweites Arbeitspaket setzt sich mit der Frage auseinander, wie die mit der Abklärung betrauten Fachkräfte das Instrument einsetzen und wie der Einsatz des Instruments ihr Vorgehen und ihre Entscheidungen beeinflusst. In einem dritten Arbeitspaket wird die subjektive Sicht der Kinder und ihrer Eltern auf das Abklärungsverfahren erhoben und untersucht, ob die Einführung eines standardisierten Instruments Vorteile oder Nachteile für sie bringt.  
Das Projekt berührt ein politisch brisantes Thema. Die 2013 neu eingeführten Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden stehen unter hohem medialen Druck, gelten als gesellschaftsfern und haben das Image, über die Köpfe der Personen hinweg zu entscheiden. Hier kann eine wissenschaftliche Beobachtung und Analyse des Vorgehens zur Versachlichung der Diskussion beitragen.

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