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Apathie bei Demenz

Emotionale Reaktion als Grundlage für therapeutische Interventionen

Auf einen Blick

  • Projektleiter/in : Prof. Dr. Heidrun Karin Becker
  • Co-Projektleiter/in : Prof. Dr. Yvonne Treusch
  • Stellv. Projektleiter/in : Silke Neumann
  • Projektstatus : abgeschlossen
  • Drittmittelgeber : Stiftung (Stiftung für Ergotherapie Zürich), Andere (Alzheimer Schweiz)

Beschreibung

Apathie als Reduktion von selbstinitiiertem Verhalten ist das häufigste neuropsychiatrische Symptom bei Menschen mit Demenz. Betroffen sind nicht nur die erkrankten Personen selbst, sondern in besonderem Masse auch Familienangehörige, Freunde und Fachpersonal der Institutionen. Apathie ist assoziiert mit hohen kognitiven Defiziten und Einschränkungen in den Aktivitäten des täglichen Lebens . Durch die starke Abhängigkeit vom Pflegepersonal trägt sie vor allem in stationären Institutionen zu dem  hoch relevanten Versorgungsproblem bei. Bisher fehlen im Praxisalltag realisierbare und nachhaltige Interventionen und Therapieempfehlungen, um die Lebensqualität von Betroffenen, Gesundheitsfachkräften und Angehörigen zu verbessern.

Das Wissen um die Bedeutung der Biografie ist in der Arbeit mit dementiell Erkrankten inzwischen weit verbreitet. Um die Betroffenen emotional anzusprechen, sind Inhalte von Bedeutung, die in hohem Maße emotional bedeutsame Lebensthemen berühren (z.B. Familie).

Die Studie "Apathie bei Demenz" möchte einen Beitrag leisten, indem sie von aussen nicht beobachtbare, emotionale Reaktionen der Menschen mit Demenz und Apathie während der Präsentation spezieller visueller Stimuli untersucht.  Aus den Ergebnissen sollen pflege- und therapierelevante Empfehlungen abgleitet werden, die die Qualität der Demenzbehandlung in Pflegeeinrichtungen verbessern können.

Ein Kernanliegen dabei ist es, die Funktion des neuronalen Netzwerks des Affekts bei Menschen mit Demenz mit und ohne Apathie zu bestimmen. Um die Funktionstüchtigkeit des neuronalen Netzwerks des Affekts zu untersuchen, dienen Herzfrequenz und Hautleitfähigkeit als Indikatoren einer emotionalen Reaktion zu Bildmaterial aus dem Internationalen Affektiven Bilderkatalog (IAPS) und zu Bildmaterial mit biografischen Inhalt. Geplant sind Messungen an Bewohner/innen mit der klinischen Diagnose „Demenz“ ohne apathischem Verhalten und Bewohner/innen mit der klinischen Diagnose „Demenz“ die apathischen Verhalten aufweisen.

Die Messungen werden an verschiedenen Alters- und Pflegeeinrichtungen der Deutschschweiz durchgeführt. Als zusätzliche Datenbasis dienen Primärdaten zur Prävalenz und Ausprägung der Apathie, Psychopharmaka- Verschreibungen (Substanz und Dosis aus der Pflegedokumentation), Heilmittelverordnungen (Art und Frequenz aus der Pflegedokumentation) und Teilnahme an psychosozialen Angeboten der teilnehmenden Einrichtungen.