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Archiv 2021

Urbaner Verkehr – Wie bewegen wir uns in Zukunft?

Noch immer erfolgt ein wesentlicher Anteil des Personentransports in Städten über fossil betriebene Fahrzeuge. Viele Städte setzen auf Verkehrskonzepte, die eine stärkere Nutzung von öffentlichem Verkehr, Fahrrad und Gehen zum Ziel haben, um bei steigenden Bevölkerungszahlen im urbanen Raum den Platzverbrauch und Schadstoffausstoss zu reduzieren. In unserem Forum gehen wir den Fragen nach, wie man sich zukünftig im urbanen Raum bewegen wird, welche Rolle das Besitzauto haben könnte und wie öffentliche Verkehrsmittel zukünftig einen höheren Anteil am Personenverkehr wahrnehmen könnten. Neben einer allgemeinen Analyse werden auch die zukünftigen Verkehrskonzepte der Stadt Zürich vorgestellt. Der Themenkomplex wird in Kurzreferaten vorgestellt und durch eine moderierte Diskussion mit den Referenten ergänzt.

Home away from home – die rollende Erlebnisgesellschaft

Prof. Dr. Thomas Sauter-Servaes, Studiengangleitung Verkehrssysteme, ZHAW School of Engineering

Das global erfolgreiche Geschäfts- und Kulturmodell des Besitzautos als Ikone der Moderne scheint massiv gefährdet. Klimawandel und urbane Flächenkonkurrenz sind nur zwei Aspekte, die eine Mobilitätswende besser früher als später zwingend notwendig erscheinen lassen. Aber die grüne Transformation unserer Mobilitätskultur ist kein rational motivierter Selbstläufer. Stattdessen entwickelt das Auto der Zukunft als Smartphone auf Rädern noch grösseres (Sehn-)Suchtpotenzial. Es wird zur Keimzelle eines umfassenden Ökosystems, das mit seinem «Instant Everything»-Versprechen den Alltag bequemer, einfacher und überraschender gestalten kann. Der daraus resultierende Benchmark für den öffentlichen Verkehr von morgen ist hoch.

Wie entwickelt sich der öffentliche Verkehr in der Zukunft?

Dr. Andrea Del Duce, Leitung Nachhaltige Mobilität, Institut für Nachhaltige Entwicklung (INE), ZHAW School of Engineering

Der Klimawandel, eine noch auf fossile Ressourcen ausgerichtete Gesellschaft und das erwartete Bevölkerungswachstum stellen enorme Herausforderungen dar. Wollen wir diese meistern, so ist eine radikale Transformation zu nachhaltigen Systemen nötig. In der Mobilität wird heute stark auf Elektrifizierung gesetzt. Während eine einfache Substitution von Verbrennungsmotoren durch batterieelektrische Fahrzeuge nur einen Teil der Probleme lösen würde, ist das Potential des ÖVs enorm. Voraussetzung dafür sind eine hohe Flexibilität durch die starke Integration mit anderen Verkehrsträgern und die Berücksichtigung von Raumaspekten.

Das Zürcher ÖV-Modell der Zukunft

Silvan Weber, Projektleiter Marktentwicklung, Verkehrsbetriebe Zürich

Die Stadt Zürich wird regelmässig unter den Städten mit der weltweit höchsten Lebensqualität genannt. Sie setzt auf ein Verkehrskonzept, welches die Attraktivität von öffentlichen Verkehrsmitteln, des Fuss- und Veloverkehrs verbessert und die Ziele der 2000 Watt-Gesellschaft im Bereich Mobilität umsetzt. Das sogenannte «Zürcher Modell», basierend auf Eigentrassierung und ÖV-Priorisierung an Knoten, gerät zunehmend unter Druck. Vielfältige Ansprüche an den Strassenraum, zunehmende Verkehrsmengen, sich verändernde Kundenbedürfnisse und anbahnende Finanzierungsengpässe – wie soll die städtische Mobilität mit diesen Herausforderungen zurechtkommen und gleichzeitig den Löwenanteil zur geforderten Mobilitätswende übernehmen? Anhand verschiedener Ansätze rüsten sich die VBZ für eine nachhaltige Zukunft mit dem Ziel, auch künftig zur hohen Lebensqualität in Zürich beizutragen.

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Stromnetze und ihre Rolle für die Energieversorgung im 21. Jahrhundert

Die Eindämmung des durch den Menschen verursachten Klimawandels, der im Wesentlichen durch CO2-Emissionen verursacht wird, erfordert einen massiven Ausbau von erneuerbaren Energien. Die erneuerbaren Energien sind zeitlich volatil, können am Ort des Verbrauchers aber auch zentral gewonnen werden. Zentrale Kraftwerke zur Stromerzeugung mit nahezu konstanter Leistung in Kombination mit Stromnetzen haben dazu geführt, dass in den letzten Jahrzehnten in den industrialisierten Ländern jederzeit ausreichend Strom verfügbar gewesen ist.

Nun stellt sich die Frage, wie sich die Stromnetze unter den sich ändernden Rahmenbedingungen entwickeln sollen und werden. Welche Netzebenen sollen ausgebaut werden? Sind grosse Nord-Süd-Hochspannungsleitungen in Europa erforderlich? Welche Konsequenzen ergeben sich, wenn der Netzausbau stagniert? Welche Geschäftsmodelle werden sich entwickeln? 

Referenten

Herausforderungen für das Stromnetz in Winterthur und Massnahmen

Rolf Sorg, Bereichsleiter Elektrizität und Telekom, Stadtwerk Winterthur

Das Stromnetz der Stadt Winterthur steht vor grossen Herausforderungen. Das Wachstum der Stadt, das verdichtete Bauen, der verstärkte Einsatz dezentraler Stromerzeugungsanlagen sowie die Zunahme der Elektromobilität machen den Netzbetrieb deutlich anspruchsvoller. Stadtwerk Winterthur begegnet diesen Herausforderungen mit verschiedenen Massnahmen. Grosse Aufmerksamkeit wird auf die Simulation und Prognose der Energieströme gelegt. Dabei werden die unregelmässigen Stromeinspeisungen durch Photovoltaikanlagen und die unregelmässige Stromnutzung durch Elektrofahrzeuge simuliert. So lassen sich die dadurch entstehenden Netzqualitätszustände berechnen. Ziel davon ist es, allfällige Schwachstellen im Stromnetz zu identifizieren, kostenoptimale Sanierungsmassnahmen abzuleiten und somit auch in Zukunft die hohe Versorgungssicherheit des Stromnetzes der Stadt Winterthur zu gewährleisten. 

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Welchen Einfluss hat der Netzausbau in Europa auf die Schweiz?

Joshu Jullier, Communication Manager, Swissgrid AG

Damit die Energiestrategie 2050 umgesetzt werden kann, muss das Übertragungsnetz modernisiert und ausgebaut werden. Treiber des Netzausbaus in der Schweiz sind neue Grosskraftwerke wie das Pumpspeicherkraftwerk «Nant de Drance», Import, Export und Transit von Strom sowie der Anschluss der Verteilnetze. Der Netzausbau stockt jedoch und stösst auf Widerstand. Die Betroffenen wehren sich gegen neue Leitungen. In Europa ist die Schweiz elektrisch gesehen keine Insel. Die Planung des Netzes muss deshalb koordiniert mit den Nachbarländern geschehen.

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Photovoltaik-Kraftwerke können helfen, die Netzspannung zu stabilisieren

Fabian Carigiet, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des IEFE, ZHAW School of Engineering

Der Bundesrat hat in seinen Massnahmen zur Energiestrategie 2050 der Photovoltaik das höchste Gewicht der dezentralen Schweizer Stromerzeugung zugeordnet. Ein Fünftel des Stromverbrauchs soll demnach mit Solarenergie gedeckt werden – das entspricht einer sechsfachen Steigerung im Vergleich zu heute. In einem dreijährigen Forschungsprojekt für das Bundesamt für Energie wurde die Spannungssteigerung bei hoher Solarstromeinspeisung im Verteilnetz, welches direkt die Endkunden versorgt, untersucht. Ein Fazit: In städtischen Gebieten ist bei voller Solarkraft aufgrund des soliden Stromnetzes mit keinen kritischen Spannungserhöhungen zur Mittagszeit zu rechnen. Empfohlen wird den Elektrizitätswerken bzw. Netzbetreibern, die Blindleistungsregelung der Solarwechselrichter zu aktivieren und so den solaren Spannungshub erfolgreich und kostenoptimal zu reduzieren.

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