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ZHAW-­Studierende entwickeln Gerät zur Behandlung von Leish­maniose

In ärmeren südlichen Ländern sind viele Menschen von der Hautkrankheit Leishmaniose betroffen, können sich aber keine Behandlung leisten. Mit einem neuen, kostengünstigen Therapiegerät könnte diesen Menschen geholfen werden. Entwickelt haben es zwei ZHAW-Studierende.

Die ZHAW-Studierenden Giaele Quadri und Andreas Bachmann haben das günstige Therapiegerät entwickelt.
Dieses Gerät behandelt die Hauterkrankung Leishmaniose mit einer normalen Halogenlampe.
Das Gerät wird direkt auf der Wunde platziert.
Mit einer App wird die Temperatur und Behandlungszeit eingestellt.
An den Ausschlägen leiden vor allem Menschen in ärmeren südlichen Ländern.

Zwei Mikrocontroller, eine Infrarotlampe und ein kontaktloser Temperatursensor verbaut in einem Gehäuse aus dem 3D-Drucker: Mit ihrer Projektarbeit im ZHAW-Studiengang Systemtechnik der ZHAW School of Engineering sagen Giaele Quadri und Andreas Bachmann der Leishmaniose den Kampf an. Leishmaniose ist eine weltweit bei Mensch und Tier vorkommende Hauterkrankung, die durch Parasiten hervorgerufen wird. Verbreitet ist sie vor allem in ärmeren Regionen in Südamerika, Ostafrika und Asien. Die Infektion wird durch Stechmücken übertragen und verursacht schlimme Hautauschläge. Zwar ist die Krankheit grundsätzlich heilbar, jedoch sind für die Therapie teure Anwendungen nötig. Diesen Umstand soll das von Quadri und Bachmann entwickelte Therapiegerät ändern. Ihr Prototyp kostet in der Herstellung nur rund 100 Franken und könnte somit auch in Entwicklungsländern eine ernsthafte Alternative werden.

Parasiten mit Wärmestrahlung abtöten

Laut der Non-Profit-Organisation «Drugs for Neglected Diseases Initiative» (DNDi) infizieren sich pro Jahr schätzungsweise zwischen 700 000 und 1,2 Millionen Menschen weltweit mit Leishmaniose. Eine erfolgsversprechende Therapieform ist die Bekämpfung der Parasiten mit Wärme: Tests haben gezeigt, dass die Parasiten bei Temperaturen von über 40°C abzusterben beginnen. «Optimale Dauer und Wärmegrad der Behandlung sind aber noch nicht gänzlich erforscht», sagt die ZHAW-Studentin Quadri. «Aus diesem Grund sind die Parameter Zeit und Temperatur bei unserem Therapiegerät frei wählbar.» Einstellen lassen sich diese ganz einfach über eine Web-Applikation am Computer oder Smartphone.

Erster Prototyp dieser Art

«Um eine zuverlässige Aussage über die Behandlungserfolge treffen zu können, bedarf es einer einheitlichen Erwärmung der betroffenen Hautpartie», so Bachmann. «Ein achteckiger, innen verspiegelter Lichtkanal bündelt die Strahlen der Infrarotlampe deshalb so, dass die darunterliegende Haut gleichmässig erwärmt wird.» ZHAW-Forscher Mathias Bonmarin vom Institute of Computational Physics der School of Engineering ist sehr zufrieden mit der Arbeit seiner Studierenden: «Der entwickelte Prototyp ist nicht nur günstig in der Herstellung, sondern meines Wissens auch das erste Handheld-Therapiegerät für Leishmaniose-Verletzungen, das auf Infrarotstrahlung setzt. Diese Strahlen gehen tiefer unter die Haut und sollten gute Ergebnisse erzielen.» Die Tests mit dem Prototyp erfolgen nun an der Universität Lausanne.

Kontakt

Dr. Mathias Bonmarin, Institute of Computational Physics, ZHAW School of Engineering, Telefon 058 934 75 16, E-Mail mathias.bonmarin@zhaw.ch

Julia Obst, Public Relations, ZHAW School of Engineering, Telefon 058 934 75 13, E-Mail medien.engineering@zhaw.ch