Sonne statt Diesel: Klimaschutzpreis für Konzept zu nachhaltiger Bewässerung

ZHAW-Student Raphael Knecht ist im Rahmen des Swiss Green Economy Symposiums mit dem Klimaschutzpreis von myblueplanet und der Johann Jacob Rieter-Stiftung ausgezeichnet worden. In seiner Arbeit ging er der Frage nach, wie sich die Bewässerungsanlagen einer Biofarm in Patagonien nachhaltig betreiben lassen.

Raphael Knecht ist Student und wissenschaftlicher Assistent am ZHAW-Institut für Energiesysteme und Fluid-Engineering. In seiner ausgezeichneten Arbeit befasste er sich mit der Simulation und Analyse der nachhaltigen Energieversorgung eines Bewässerungssystems mittels Photovoltaik und Batteriespeicher. Den Auftrag dazu erteilte die Patagonia Organic Meat Company. Auf dieser Farm am Rio Negro produziert der Schweizer Musiker Dieter Meier Getreide, Wein, Nüsse und Bio-Rindfleisch. Die rund 12‘000 Hektar grosse Fläche muss ob des trockenen Klimas quasi rund um die Uhr bewässert werden. Im abgelegenen Nordpatagonien ist das leichter gesagt als getan: Da die Region nicht an das Stromnetz angeschlossen ist, müssen die Wasserpumpen und andere elektrische Geräte mit Dieselgeneratoren betrieben werden. Das ist nicht nur sehr teuer, sondern auch alles andere als ökologisch. 

Mit Photovoltaik in die Zukunft

Raphael Knecht, der sein Bachelorstudium in Energie- und Umwelttechnik absolvierte, erklärt: «Unsere Aufgabe war es, die gesamte Anlage zu dimensionieren, Komponenten und Servicedienstleister zu finden und schliesslich werden wir nun auch beim Bau vor Ort zu sein.» Gerade die Dimensionierung der Anlage ist eine herausfordernde Aufgabe. Zwar macht die Bewässerung praktisch den gesamten Stromverbrauch der Farm aus, allerdings muss dieser auf rund 20 Jahre hinaus berechnet werden. Da ein Ausbau der Farm geplant ist und sich die kultivierte Fläche in den kommenden Jahren verdreifachen soll, hat sich Raphael Knecht für ein modulares System mit Photovoltaik und Batterie entschieden.

Ökologisch und gleichzeitig ökonomisch

In seiner Simulation zeigt Raphael Knecht, dass sich mit diesem PV-System pro Jahr ca. 280‘000 Liter Diesel einsparen lassen. Das unterstützt nicht nur die ökologische Produktion landwirtschaftlicher Produkte. Auch die Kosten für die Elektrizität sinken damit um die Hälfte im Vergleich zur Ausgangslage. «Mit dieser Vorarbeit von Raphael Knecht und der Überzeugung des Investors auf diese ökologische Solarstromproduktion zu setzen, können gleichzeitig auch wirtschaftliche Vorteile ohne Subventionen erzielt werden», so die Einschätzung des betreuenden Dozenten Franz Baumgartner, der damit weitere spannende Solarprojekte dieser Art in die Wege leiten möchte.

Der Klimaschutzpreis wird seit 2007 von myblueplanet und der Johann Jacob Rieter-Stiftung an ZHAW-Studierende vergeben und zeichnet herausragende Arbeiten zum Thema Klimaschutz aus.