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Eine Maschine für «krumme Geschäfte»

Die Maschinentechnik-Absolventen Michael Frei und Dominic Nyffeler haben in ihrer Bachelorarbeit eine Biegemaschine als Bausatz entwickelt. Die günstige Alternative zu Industriebiegemaschinen vereint das Walzen, Biegen und Abkanten. Nun bringen die Jungingenieure die Maschine auf den Markt.

Michael Frei (links) und Dominic Nyffeler bauen ihren Prototyp.
Michael Frei (links) und Dominic Nyffeler haben eine Profilbiegemaschine entwickelt.

 

 

Im Metallbau kommt das Umformen von Profilen oft zur Anwendung. Die Einsatzgebiete sind vielfältig. Die wohl häufigste Anwendung ist das Rohrbiegen von Geländern. Schweizer KMU kaufen die benötigten Profile meistens bei einem grossen Lieferanten. «Selbst sehr einfache Geometrien müssen bestellt werden, da eine eigene grosse CNC-Biegemaschine für Metallbaufirmen nicht rentabel ist», so Dominic Nyffeler. «Trotzdem kommt es oft vor, dass das gelieferte Profil bei der Endmontage noch angepasst werden muss oder eine einmalige Fertigung eines Geländers notwendig ist.» Ihre Profilbiegemaschine haben die Absolventen deshalb genau für das KMU-Segment geplant. Sie ist kompakt konstruiert und soll auch auf Baustellen transportierbar sein.

Idee selber entwickelt

Nun bringen Michael Frei und Dominic Nyffeler ihre neuartige Profilbiegemaschine auf den Markt. Die Idee, eine solche Maschine als Bausatz für den Metallbausektor zu erstellen, stammt von den beiden Maschinentechnik-Absolventen selbst. Was anfangs nur ein paar Handskizzen waren, entwickelte sich im Verlauf der Bachelorarbeit zu einem ersten Prototyp und schliesslich zu einem ausgereiften Entwurf einer vielseitig einsetzbaren Biegemaschine. «Unsere neu entwickelte Maschine vereint das Biegen, Walzen und Abkanten von Profilen wie Rohr-, Flach- und Kantenprofilen», erklärt Michael Frei. Ausgeliefert wird die Maschine den Kunden als einfacher Bausatz, den sogar Metallbau-Lernende zusammenbauen können.

Aus drei mach eins: CNC 50 Biegemaschine von YLM, Walzmaschine von juwei, Abkantmaschine von Welsch und die Kombinationsmaschine der Studenten (v. l. n. r.).

Industriepartner an Bord geholt

Nachdem die Absolventen zunächst ein grobes Konzept einer den Anforderungen entsprechenden Profilbiegemaschine skizziert hatten, folgte die Hauptdisziplin eines Ingenieurs: das Berechnen und Auslegen der Maschinenelemente. Dies erfolgte via CAD-Zeichnungen und Finite-Elemente-Methoden auf den Rechnern. So konnten die Jungingenieure für jedes Bauteil bestimmen, ob es den Belastungen standhält und für den Einsatz richtig dimensioniert ist. Gleichzeitig machten sich Michael Frei und Dominic Nyffeler auf die Suche nach Industriepartnern und konnten zwei Firmen für ihr Projekt begeistern. «In der firmeneigenen Werkstatt der Briner AG haben wir den Prototyp aufgebaut und die Maschine getestet», so Michael Frei. «Mit den Ergebnissen aus diesen Tests haben wir dann weitere Anpassungen für das Endprodukt vorgenommen.» Das Know-how erarbeiteten die Absolventen in Kooperation mit dem Zentrum für Produkt- und Prozessentwicklung (ZPP) der ZHAW und der Müller Metallbau, die ihrerseits die Anforderungen des Marktes und nötiges Fachwissen in das Projekt einbrachte.

Bausatz kommt auf Bestellung

«Unsere Maschine deckt zwar nicht alle Möglichkeiten der CNC-gesteuerten Maschinen ab, soll jedoch als Alternative im Metallbau fungieren», sagt Dominic Nyffeler. Die komplette Steuerung haben die Absolventen hydraulisch gelöst. Sie verfügt über einen Biege- sowie einen Walzzylinder mit je einer maximalen Anpresskraft von zehn Tonnen. Unter www.die-biegemaschine.com erhalten Firmen auf Bestellung einen kompletten Bausatz mit allen nötigen Teilen geliefert. «Das Kit beinhaltet alle Hydraulikkomponenten, die Klein- und Einkaufsteile sowie die Fräs-, Dreh- und Schneidteile», sagt Michael Frei. Auszubildende im Metallbausektor können die gesamte Maschine gemäss einer vorgegebenen Dokumentation zusammenbauen.

Auf Bestellung erhalten Firmen einen kompletten Bausatz mit allen nötigen Teilen geliefert.