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«Die Institutsgründung stärkt uns»

Anfang Jahr wurde das Institute for Signal Processing and Wireless Communications (ISC) gegründet. Im Interview erklärt Institutsleiter Marcel Rupf den Wandel vom Zentrum zum Institut, welche Forschungsziele das ISC verfolgt und was ihn persönlich motiviert.

Aus dem Zentrum für Signalverarbeitung und Nachrichtentechnik (ZSN) ist nun das Institute for Signal Processing and Wireless Communications (ISC) geworden. Wie kam es dazu?
Marcel Rupf: Wir haben das ZSN anfangs 2007 gegründet, um die Kompetenzen in den Schwerpunkten Elektronik, Digitale Signalverarbeitung und Nachrichtentechnik zu bündeln sowie die angewandte Forschung und Entwicklung in diesen Bereichen aufzubauen. In den letzten Jahren ist das ZSN stetig gewachsen. Ein Grund dafür ist, dass die Signalverarbeitungskette zwischen Antenne oder Sensor und Datenverarbeitung eine immer wichtigere Rolle einnimmt, wenn es um Produktentwicklungen in Branchen wie der ICT, Messtechnik und Sensorik, Medtech, Photonics oder Avionik geht. Die Institutsgründung soll nun unsere Arbeit stärken, zumal der Brückenschlag zwischen den Sensorsignalen und den Informationsdaten auch für die Digitalisierung sehr wichtig ist.

Welche Veränderungen gibt es inhaltlich gegenüber dem bisherigen ZSN?
Die Institutsgründung ist einerseits Anerkennung unserer Arbeit. Andererseits geht sie mit dem Auftrag einher, unsere Lehre und angewandte Forschung und Entwicklung technologisch auf dem neuesten Stand zu halten. Es gibt also inhaltlich keine grundsätzlichen Veränderungen, aber einen grossen Anstoss, Expertise in aufkommenden Technologien aufzubauen. Ich denke dabei aktuell an Themen wie das Millimeterwellen-Radar, die Modernisierung der Satelliten-Navigationssysteme, den 5G-Mobilfunk, die Sensor-Signalverarbeitung und neue Funktechnologien im Internet der Dinge (IoT) oder in der Industrie 4.0. Zusätzlich zum Ausbau unserer Forschungsaktivitäten wollen und müssen wir die Bekanntheit des Instituts steigern.

Apropos Forschungsaktivitäten: Was waren für Sie die Highlights am ZSN in den letzten zehn Jahren?
Erwähnenswert ist unter anderem unsere langjährige Zusammenarbeit mit der Firma Leica Geosystems AG. Schon vor einigen Jahren haben wir gemeinsam eine Wireless-Schnittstelle zum Laser-Distanzmessgerät DISTOTM entwickelt, um die gemessenen Distanzen drahtlos auf ein Smartphone oder Tablet zu übertragen und sie dort in ein Foto oder eine Skizze einzufügen. Diese Lösung ist am Markt sehr gut aufgenommen worden und war damals eine der ersten Anwendungen von Bluetooth 4.0 ausserhalb des Consumer-Bereichs. Inzwischen haben wir das Projekt im Bereich Sensordatenfusion fortgesetzt. Aber auch in anderen innovativen Projekten – beispielsweise dem GPS-basierten Nutztiertracker für die Alpen, dem 2D-Laserdistanzscanner für den Eisenbahnbereich,  dem Bird-Radar für die Vogelzug-Überwachung, der RFID-Werkzeugidentifikation für Reishauer oder dem Industrie 4.0 Messtool bei Walzen – konnten wir unsere Kompetenzen so einbringen, dass daraus erfolgreiche Produkte und Patente entstanden sind.

Welche Forschungsziele verfolgen Sie weiter mit dem ISC?
Das ISC soll über die Region hinaus ein bekannter Forschungspartner im Bereich «Elektronik-Informationstechnik» werden, wenn es um Produktinnovation in der Signalkette vom Sensor oder der Antenne bis zur digitalen Signalauswertung geht. Dabei dürfen wir die industrienahe Umsetzung nie aus den Augen verlieren. Ganz wichtig ist mir auch, dass wir die 1:1-Kongruenz zwischen Lehre und angewandter Forschung und Entwicklung beibehalten. Wir wollen weiterhin den Technologietransfer vom ISC in die Industrie unterstützen und umgekehrt einen Rückfluss in unsere Lehrveranstaltungen sicherstellen.

Was motiviert Sie dabei besonders?
Nicht dass es dazu extra Motivation bräuchte – aber natürlich verleiht einem die Institutsgründung in diesem kompetenten und kreativen Umfeld zusätzliche Flügel. Die vielen interdisziplinären Projekte innerhalb der School of Engineering und die externe Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Organisationen und Industrie-Firmen empfinde ich als herausfordernde Aufgabe.