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Solarstrom aus der Nachbarschaft

Lokale Elektrizitätsgemeinschaften machen Solarstrom dort nutzbar, wo er entsteht. Lasse Oergel und Lukas Jonas Lisser haben ein Modell programmiert und verschiedene Szenarien durchgerechnet. Wann lohnt sich das Stromteilen?

Die Abschlussarbeit
Studiengang: Energie- und Umwelttechnik
Studierende: Lasse Oergel, Lukas Jonas Lisser
Betreuung: Dr.-Ing. Fabian Carigiet
Titel: Chancen lokaler Elektrizitätsgemeinschaften bei zeitlich variierenden Lasten und Preisen für die Energiewende

Grüner Strom von den Dächern im Viertel: Seit diesem Jahr können sich Haushalte zu lokalen Elektrizitätsgemeinschaften, kurz LEG, zusammenschliessen. Wer eine Solaranlage hat, kann den selbst produzierten Strom nicht nur ins Netz einspeisen, sondern innerhalb der Gemeinschaft verkaufen. Klingt nach Energiewende im Quartier, aber lohnt sich das neue Strommodell auch? Dieser Frage sind Lasse Oergel und Lukas Jonas Lisser nachgegangen. Weil es LEG in dieser Form erst seit kurzem gibt, fehlen die Erfahrungswerte. Deshalb haben die beiden ein Modell gebaut, das simuliert, wie sich unterschiedliche Zusammensetzungen solcher Gemeinschaften wirtschaftlich auswirken.

Wann brauchen Haushalte Strom und wann liefern Solaranlagen Strom? Ihr Modell hat Verbrauchsprofile und Erzeugungsprofile kombiniert und die Szenarien im 15-Minuten-Takt durchgerechnet, so wie auch die Abrechnung in den Gemeinschaften erfolgen soll.

Ihre Erkenntnis: Für Verbrauchende lohnt sich der Beitritt fast immer. Sie können Strom günstig beziehen und tragen kaum Risiko. Vor allem, weil sie Rabatt auf das Netzentgelt bekommen, wenn sie Strom aus der LEG beziehen. Für Produzierende mit eigener Solaranlage hängt der Nutzen dagegen stark davon ab, wie Energiepreise oder Abrechnung gestaltet sind.

«Lokal produziert, lokal verkauft. Was lange ein Wunsch war, wird mit LEG ab 2026 Realität. Diese Arbeit zeigt, welche Chancen sich ergeben, insbesondere wenn Produktion, Verbrauch und Preise zeitlich variieren.»

Dr.-Ing. Fabian Carigiet, Studiengangleiter Energie- und Umwelttechnik

«Je nach Verteilnetzbetreiber lohnt es sich oder nicht. Die Unterschiede der Strompreise setzen sich aus Energiekosten, Netztarif und Abgaben zusammen», erklärt Oergel. Die Arbeit zeigt, unter welchen Bedingungen LEG ihr Potenzial entfalten. Und wie Tarife, Timing sowie Anreize zusammenspielen müssen, damit lokaler Strom auch lokal genutzt wird.

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Der Beitrag zu dieser Arbeit ist Teil des Engineers Magazin 2026. Dort präsentieren wir Ihnen ausgewählte Bachelor- und Masterarbeiten aus unseren Studiengängen. Hier gibt's das Engineers Magazin!