Nachtsprung 2040: Zürich als Hub im europäischen Netzwerk
Die Studie Nachtsprung Zürich 2040 untersucht das Potenzial des Nachtsprungs – des Reisens mit Nachtzügen und Nachtbussen – für Reisedistanzen bis zu 1.500 km. Seitens ZHAW war Thomas Sauter-Servaes, Leiter Studiengang Mobility Science, Teil des Projektteams.
Die im Auftrag von Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich (UGZ) und Zürich Tourismus erstellte Studie Nachtsprung Zürich 2040 untersucht das Potenzial der Stadt Zürich, um zu einem zentralen Hub im europäischen Nachtsprung-Netzwerk zu werden. Zürich ist als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum im Herzen Europas prädestiniert, eine Vorreiterrolle bei der Neuerfindung des Nachtreisens einzunehmen. Dank seiner zentralen Lage, der hervorragenden Verkehrsinfrastruktur und dem starken touristischen Profil könnte Zürich zum Knotenpunkt eines modernen Europäischen Nachtsprung-Netzwerkes werden.
Von Zürich aus sind mit dem Nachtsprung weite Teile Europas erreichbar. Doch die reine Erreichbarkeit ist nur ein Teil der Geschichte. Thomas Sauter-Servaes erklärt: „Was wir aktuell erleben, ist möglicherweise eine beginnende Neuordnung der europäischen Reisemuster.“
Berücksichtigt in der Studie wurden Nachtzug und Nachtbus. Die Verkehrsmittel ergänzen sich ideal: Der Zug verbindet effizient die grossen Zentren auf den Hauptstrecken, der Bus erschliesst die Fläche und sorgt für die feinere Verteilung. Gemeinsam können sie ein dichtes Nachtreise-Netzwerk bilden, das Europa neu verbindet – nachhaltig, komfortabel und für alle erreichbar.
Die Akzeptanz in der Bevölkerung für den Nachtzug ist bereits beeindruckend hoch. Thomas Sauter-Servaes erklärt: „Die letzten Erhebungen zeigen insbesondere angesichts der aktuellen Angebotsqualität eine enorme Zustimmung: 62% der Schweizerinnen und Schweizer würden Nachtzug fahren. Das ist ein riesiges Potenzial.“ Dieses hat neben dem Nachtzug aber auch der Nachtbus. Thomas Sauter-Servaes: „Nachtbusse haben zwei wichtige Vorteile gegenüber dem Nachtzug. Sie können Ziele anfahren, deren Nachfrage für eine Nachtzugverbindung nicht ausreicht. Ausserdem gibt es eine grosse und sehr effiziente Bus-Industrie. Heisst: Wir könnten wegen der bestehenden Produktionskapazitäten sehr schnell sehr viele Nachtbusse bauen.”
Die Studie basiert auf einem mehrstufigen Prozess, in den 48 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Tourismus, Mobilität, Nachhaltigkeit, Politik und Placemaking eingebunden waren, deren Wissen und Visionen in Umfragen und Workshops die Basis für realisierbare und wünschenswerte Zukunftspfade bildeten.