Mit Zitronen spielerisch zur Rehabilitation
Nach einem Schlaganfall müssen Menschen alltägliche Bewegungen wieder neu erlernen. Michèle Berger und Nicolas Zillig zeigen, wie eine Virtual Reality-Anwendung die herkömmliche Physiotherapie ergänzen könnte.
Die Abschlussarbeit
Studiengang: Informatik
Studierende: Michèle Berger, Nicolas Zillig
Betreuung: Prof. Dr. Marcela Ruiz
Titel: Low Code & No Code Tool for Physiotherapy gamification
Gamification lautet der Ansatz der Anwendung – also spielerisches Lernen. Mit einer VR-Brille ausgestattet sollen Patient:innen virtuelle Zitronen zunächst ergreifen und dann durch einen mit Ringen signalisierten Weg in eine Obstschale legen. Erfolgt die Bewegung wie vorgegeben durch die Ringe, gibt es Punkte als Belohnung. Solche Anwendungen sind nicht neu. Die Aufgabe von Michèle Berger und Nicolas Zillig war es, sie für die VR-Brille Meta Quest 3 anzupassen und die Bedienung so einfach wie möglich zu gestalten.
Einerseits soll es betroffenen Menschen möglich sein, diese Therapieform eigenständig anzuwenden. Andererseits sollen Physiotherapeut: innen die Einstellungen ohne Programmierkenntnisse oder andere technische Hürden vornehmen können, wie Zillig erklärt: «Mit unserer Web-Applikation lässt sich sehr einfach bestimmen, wie gross die Zitronen sein sollen und wie weit und wohin sie bewegt werden sollen.» Dank der Gamification-Punkte bekommen Patient:innen unmittelbar eine Rückmeldung, ob sie die Bewegungen korrekt ausführen.

«Digitale Lösungen ergänzen die therapeutische Behandlung sinnvoll. Sie machen Übungen motivierender, passen diese bei Bedarf individuell an und erfassen Daten, um die Rehabilitation zu unterstützen.»
Prof. Dr. Markus Wirz, Leiter Forschungsstelle Physiotherapiewissenschaft der ZHAW
Im Austausch mit Spezialist:innen aus der Physiotherapie erfuhren die Studierenden, welche klinischen Anforderungen für die Neurorehabilitation erfüllt werden müssen. Neben dem Echtzeit-Feedback sei es wichtig, dass die Aufgaben schwer genug sind, um den Lernprozess zu maximieren, aber auch leicht genug, um Patient:innen nicht zu überfordern. «Umso wichtiger ist die bedienungsfreundliche und exakte Einstellung durch die Physiotherapeut:innen», so Berger. Eine Erweiterung der aktuellen Anwendung könnte in Zukunft auch die Aufzeichnung und Auswertung der Bewegungsdaten sein. So könnte der Nutzen des Programms weiter erhöht werden.
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