Absolventenporträt: Projektplaner Entwicklungsbudget bei Porsche

«Hier will ich so schnell nicht wieder weg»

Nur die wenigsten haben vor dem Studium eine klare Vorstellung von der beruflichen Zukunft. Der ZHAW-Absolvent Daniel Hagenlocher hingegen hat sich früh sein persönliches Ziel gesteckt: eine feste Anstellung beim Sportwagenhersteller Porsche. Rund zwei Jahre nach seinem Bachelorabschluss in Wirtschaftsingenieurwesen ist er bereits dort angekommen.

Autos faszinieren ihn schon seit seiner Kindheit: «Von klein auf gab es diesen Bubentraum», sagt Daniel Hagenlocher. «Und dieser Traum hatte einen Namen: Porsche.» Während sich andere junge Männer das hehre Ziel setzen, ein solches Gefährt zu besitzen oder zumindest einmal am Steuer eines solchen zu sitzen, setzte Daniel Hagenlocher die Messlatte noch höher: «Ich habe mir gesagt: Ich werde Ingenieur und arbeite dann für Porsche in Stuttgart», erklärt er seinen Karriereplan rückblickend. Gesagt – getan? Ganz so einfach war es dann aber doch nicht. «Ich wusste, es wird nicht leicht; aber ich habe es probiert und meine Bewerbungsunterlagen zum Ende des Studiums nach Stuttgart geschickt», so Hagenlocher. Und tatsächlich: Nach seinem Bachelorabschluss in Wirtschaftsingenieurwesen findet Daniel Hagenlocher einen Praktikumsplatz im Porsche-Entwicklungszentrum Weissach.

Daniel Hagenlocher ist direkt nach dem Studium bei Porsche eingestiegen.
Daniel Hagenlocher ist direkt nach dem Studium bei Porsche eingestiegen.
Als Wirtschaftsingenieur macht Daniel Hagenlocher die Autos nicht schneller, sondern prüft und bewertet die Entwicklungskosten.
Als Wirtschaftsingenieur macht Daniel Hagenlocher die Autos nicht schneller, sondern prüft und bewertet die Entwicklungskosten.

«Den Fuss in der Tür»

«Während viele meiner Kommilitonen gleich eine Festanstellung zu guten Konditionen ergatterten, begnügte ich mich vorerst mit einem sechsmonatigen Praktikum», so Hagenlocher. Dadurch hatte er aber bei Porsche «den Fuss in der Tür», wie er selber sagt. Nun hiess es für ihn, im Praktikum mit guten Leistungen zu überzeugen, aber auch firmenintern Beziehungen aufzubauen. Denn ihm war inzwischen klar: «Hier will ich so schnell nicht wieder weg.» Als das Praktikumsende nahte, schickte Daniel Hagenlocher seine Bewerbungsunterlagen an verschiedenste Abteilungen bei Porsche – wohlgemerkt ohne dass dort offene Stellen ausgeschrieben gewesen wären. «Ich bekam natürlich auch entsprechend viele Absagen, liess mich davon aber nicht entmutigen», so Hagenlocher. «Meine Mutter befürchtete schon, dass ich bald ohne Job auf der Strasse stehe – so sehr war ich auf Porsche fixiert.» Während ihm sein Umfeld riet, er solle sich ausserhalb von Porsche um eine Stelle bemühen, hielt er beharrlich an seinem Plan fest. 

«Während viele meiner Kommilitonen gleich eine Festanstellung zu guten Konditionen ergatterten, begnügte ich mich vorerst mit einem sechsmonatigen Praktikum – hatte dadurch aber den Fuss in der Tür.»

Daniel Hagenlocher

Vom Werksstudent zur Festanstellung

Seine Beharrlichkeit sollte sich auszahlen: Nach dem Praktikum hat man Daniel Hagenlocher zwar keine Festanstellung angeboten. Dennoch fand sich für ihn eine Möglichkeit, weiterhin für Porsche zu arbeiten. «Meine nächste Station war eine Anstellung als sogenannter Werksstudent», erklärt Hagenlocher. «Nun konnte ich in der Kostenplanung der Entwicklungsabteilung Elektrik mein Wissen aus dem Studium einbringen.» In ebendieser Abteilung wurde wenig später eine Stelle frei. Daniel Hagenlocher nutzte die Gunst der Stunde und ergatterte – rund zwölf Monate nach dem Bachelorabschluss – die Anstellung, die er sich erträumt hatte. Inzwischen hat sich Daniel Hagenlocher in der Abteilung etabliert und fühlt sich wohl in seinem Aufgabengebiet. «Hier habe ich mit brandaktuellen Themen wie Smart Mobility, Connected Car und auch autonomem Fahren zu tun», so Hagenlocher. «Innerhalb dieser Innovationsgebiete bewerte ich die Realisierbarkeit aus Sicht der Entwicklungskosten für die Elektrik, so dass schliesslich die Gesamtwirtschaftlichkeit berechnet werden kann.» Die Zusammenarbeit mit der technischen Leitung gefällt ihm dabei besonders.

Zielsetzung als Motivation

Für einen Autoenthusiasten wie Daniel Hagenlocher wären auch Studiengänge wie Maschinentechnik oder Systemtechnik denkbar gewesen. Mit seiner kaufmännischen Lehre in der Tasche lag der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen aber näher. «Ohne einen technischen Hintergrund zu haben, war das Ingenieursstudium natürlich eine Herausforderung», so Hagenlocher. «Dafür brachte ich aber schon etwas Wirtschaftskompetenz aus der Lehre mit, was mir im Studium durchaus geholfen hat.» Was ihm ebenfalls geholfen hat, war sein klar gestecktes Ziel. In schwierigen Phasen oder während der Prüfungen schöpfte er Kraft und Motivation daraus: «Ich wusste immer genau, wo ich hin will und nahm auf dem Weg auch mal steinige Passagen in Kauf», sagt Hagenlocher. «Ich kann künftigen Studierenden nur raten: Steckt bloss nicht den Kopf in den Sand, wenn's mal nicht rund läuft, sondern haltet durch!»

Infotage und Anmeldeschluss

Infoveranstaltungen

Anmeldeschluss

  • Sie können sich jeweils bis zum 30. April für das Bachelorstudium anmelden.