Bachelorarbeit Informatik: ZHAW Mobile Maps

Für den Durchblick auf dem Campus

Wenn es nach Kevin Brunner und Charles Chojnowski geht, soll niemand mehr auf dem ZHAW-Campus nach Gebäuden oder Räumen fragen müssen. Die Informatik-Absolventen haben als Bachelorarbeit den Kartenservice «Atlas» entwickelt, der den Erstsemestern künftig den Weg in die Vorlesung weisen wird.

Die beiden Absolventen Kevin Brunner und Charles Chojnowski kennen das Problem: Vor Jahren waren sie selbst Erstsemester an der ZHAW School of Engineering und suchten auf dem Campus Technikum in Winterthur nach dem richtigen Gebäude. So wie ihnen geht es vielen neuen Studierenden, Mitarbeitenden oder Besucherinnen und Besuchern, die sich das erste Mal an einem der ZHAW-Standorte zu orientieren versuchen. «Jeder Standort umfasst mehrere Gebäude, die unterschiedliche Namen, Zimmerbezeichnungen und Verwendungszwecke haben», erläutert Kevin Brunner. «Einen bestimmten Vorlesungssaal am Anfang eines Semesters zu finden, ist daher gar nicht so einfach, da diese Informationen nicht mobil verfügbar sind.» Zwar gibt es bereits seit längerem eine ZHAW-App, doch dynamische Standortpläne fehlen auf dieser bisher.

Durchblick: Die App zeigt die Namen der Gebäude an.
Kevin Brunner (links) und Charles Chojnowski haben den mobilen Kartenservice «Atlas» entwickelt.

Kartenservice entwickelt

Die Informatik-Absolventen haben nun im Auftrag der ZHAW einen Kartenserver entwickelt, dessen digitale Karten in einer mobilen Applikation und auf einer Website eingebunden werden können. «Wir haben unsere Bachelorarbeit basierend auf dem agilen SCRUM-Entwicklungsprozess durchgeführt», sagt Charles Chojnowski. «Auf Basis der gesammelten Anforderungen haben wir zunächst die Architektur konzipiert, dann die notwendigen Softwarekomponenten evaluiert und darauf aufbauend schliesslich den Kartenservice entwickelt.» Herausgekommen ist der Kartenservice «Atlas», der auf der Basis von OpenStreetMap-Karten arbeitet. «Die Informationen über die Campus- und Gebäudedaten der ZHAW werden aus internen Datenquellen geladen und mit den Geodaten verknüpft», so Kevin Brunner. «Die aufgearbeiteten Gebäudedaten werden so auf einer Karte übersichtlich dargestellt.»

«Die Informationen über die Campus- und Gebäudedaten werden mit den Geodaten verknüpft.»

Kevin Brunner

Zusammenführen der Datenquellen

Digitale Karten für verschiedene Anwendungszwecke sind heute ganz alltäglich. Für die Absolventen bestand die Herausforderung jedoch darin, die unterschiedlichen Quellen zu einem Kartenservice zusammenzuführen, so Kevin Brunner: «Wir mussten die Standortdaten aus den ZHAW-Systemen erst aufwändig aufbereiten, um sie mit den Geodaten verbinden zu können.» Charles Chojnowski ergänzt, dass ausserdem die Verarbeitung der riesigen Datenmengen des Kartenmaterials ein Problem darstellte, das es zu lösen galt: «Der Kartenservice war zunächst extrem langsam. Es dauerte trotz leistungsfähiger Hardware eine halbe Minute, bis ein Kartenausschnitt angezeigt wurde. Wir konnten den Prozess mit verschiedenen Massnahmen beschleunigen, indem zum Beispiel ein Cache im Hintergrund die Kartendaten speichert.»

Kartenservice für Campus-App

Die wichtigsten Anwendungsfälle wie die Gebäude- und die Raumsuche haben die Absolventen erfolgreich in der Software implementiert. Ganz zufrieden sind die beiden dennoch nicht: «Wir haben es aus zeitlichen Gründen leider nicht mehr geschafft, Stockwerkpläne einzubinden», sagt Kevin Brunner. «Somit kann die App derzeit den Weg ins gesuchte Gebäude weisen, aber noch nicht ins richtige Zimmer.» Da der Kartenserver aber erweiterungs- und zukunftsfähig aufgebaut wurde, kann das Projekt am Institut für angewandte Informationstechnologie (InIT) fortgesetzt werden. Dozent Hans-Peter Hutter ist zuversichtlich: «Der von den Absolventen entwickelte Kartenservice wird in Zukunft sicherlich in die bestehende Campus-App der ZHAW eingebunden werden.»

Bachelor- und Masterarbeiten 2017