Schnellkochtopf-System

Kochen 2.0 mit Bluetooth und Smartphone

Gemeinsam mit der Kuhn Rikon AG hat die ZHAW School of Engineering ein innovatives Schnellkochtopf-System entwickelt. Dieses misst die Temperatur beim Kochen selbstständig und teilt dem Benutzer via Smartphone-App laufend mit, was zu tun ist.

Der neue Schnellkochtopf Duromatic® Comfort von Kuhn Rikon verfügt über einen integrierten Temperatursensor und eine Bluetooth-Steuerung, welche die gemessenen Daten ans Smartphone oder Tablet übermittelt. Entwickelt wurde das System an der ZHAW School of Engineering vom Institut für Mechatronische Systeme (IMS) und dem Zentrum für Signalverarbeitung und Nachrichtentechnik (ZSN). Seit wenigen Wochen ist der neue Schnellkochtopf im Detailhandel erhältlich. Zurück liegen rund zwei Jahre Entwicklungszeit – finanziell mitgefördert von der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) des Bundes.

App gibt Anweisungen

«Unsere Aufgabe am IMS war es, einen geeigneten Sensor zu evaluieren und einen Algorithmus zu entwickeln, der die empfangenen Informationen auf dem Mobilgerät so interpretieren kann, dass sie von Nutzen sind», erklärt Projektleiter Michael Warden. Integriert in die App werden aus den gemessenen Daten auf dem Smartphone oder Tablet konkrete Anweisungen für den Benutzer. In Echtzeit teilt ihm die App mit, ob die Herdleistung angepasst werden muss und wann das Essen fertig ist. Zu diesem Zweck sind auf der App die Garzeiten für über 70 Lebensmittel hinterlegt – inklusive der benötigten Wassermenge. Die App gibt darüber hinaus auch Warnmeldungen ab, wenn sich beispielsweise zu wenig Wasser im Topf befindet oder das Druckventil zu früh geschlossen hat.

Ultratiefer Energieverbrauch

Mit der Entwicklung eines Algorithmus und der Implementierung eines Temperatursensors war es aber nicht getan. Eine zentrale Rolle spielte auch die Übermittlungsmethode zwischen Kochtopf und Mobilgerät. «Die Lösung sollte möglichst kostengünstig sein, damit das Endprodukt zu einem attraktiven Preis vermarktet werden kann», so Michael Warden. «Gleichzeitig sollten Sensor und Funkübertragung so wenig Energie wie möglich brauchen, damit die Batterie mindestens zehn Jahre hält.» Das ZSN hat eine Elektronik mit ultratiefem Energieverbrauch entwickelt, so dass die Sensorik und die Bluetooth-Übertragung der Daten ohne Batteriewechsel auskommen. Datenübertragung mit Bluetooth Low Energy und Ultra Low Power-Elektronik gehören bereits seit Jahren zum Forschungsfeld des ZSN.

 «Wir sind sehr zufrieden mit der Lösung. Dank der ZHAW School of Engineering als Partner konnten wir in der Entwicklung die hohen Anforderungen an Mechanik, Informationstechnologie und Elektronik bewältigen.»

Rolf Zeindler, Leiter Operations bei Kuhn Rikon

Designvorgaben erfüllt

Nebst geringem Energiebedarf bildeten die relativ schwierigen Umweltbedingungen eine weitere Herausforderung. «Wir mussten berücksichtigen, dass die Lösung hohen Temperaturen und hoher Feuchtigkeit ausgesetzt ist», so Michael Warden. Dazu kamen schliesslich noch äusserliche Anforderungen: «Unsere technische Lösung durfte die Vorgaben an das Corporate Design von Kuhn Rikon nicht beeinträchtigen, deshalb standen wir in regem Austausch mit den Designern.» Dass sich das Ergebnis sehen lassen kann, findet Rolf Zeindler, Leiter Operations bei Kuhn Rikon: «Wir sind sehr zufrieden mit der Lösung. Dank der ZHAW School of Engineering als Partner konnten wir in der Entwicklung die hohen Anforderungen an Mechanik, Informationstechnologie und Elektronik bewältigen.» Für das IMS ist dieses Projekt nach der Entwicklung des Drucksteamers RELAX bereits die zweite erfolgreiche Zusammenarbeit mit Kuhn Rikon.

Auf einen Blick

Beteiligte Institute und Zentren:

Projektpartner:

Finanzierung:

  • Kommission für Technologie und Innovation (KTI)
  • Kuhn Rikon

Projektstatus: beendet