ZHAW-Forschung und -Innovation an der Expo 2017 in Astana

Die Expo 2017 in Astana zum Thema «Future Energy» öffnete am Samstag, 10. Juni, ihre Tore. Eine Delegation von Forschenden der ZHAW und anderen Schweizer Hochschulen nahm während der Eröffnungswoche an internationalen Konferenzen teil, auch im Rahmen des 8th International Forum on Energy for Sustainable Development.

Session am Smart Sustainable Cities Day mit Mitgliedern der swissuniversities-Delegation – Bild: Peter Marty
Mitarbeitende der ZHAW auf dem Weg zum kasachischen Pavillon – Bild: Peter Marty
Eröffnung des internationalen Seminars «Towards Smart Sustainable Cities – Integrated Approaches» an der Nazarbayev University – Bild: Peter Marty
Austausch mit Studierenden der Nazarbayev University am Poster-Wettbewerb während des internationalen Seminars – Bild: Peter Marty
Hans-Jörg Dennig und Zhanat Kulumbetova, Schweizer Pavillon, vor dem Bicar – Bild: Hans-Jörg Dennig

An der ersten Weltausstellung Zentralasiens ist die Schweiz mit einem Pavillon vertreten, der passend zum Expo-Thema, «Future Energy», in einer interaktiven Ausstellung Schweizer Know-how und Innovationskraft im Bereich der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien zeigt. Im Schweizer Pavillon in Astana wurde erstmals auch ein temporäres swissnex Modell lanciert: Das integrierte swissnex Lab ermöglicht mit wissenschaftlichen Veranstaltungen, Workshops und Wechselausstellungen den Austausch zwischen Akteuren in Bildung, Forschung und Innovation aus der Schweiz und Kasachstan.

Diese Möglichkeit zum Austausch nutzte auch eine Gruppe von Expertinnen und Experten der ZHAW und weiteren Schweizer Hochschulen im Rahmen einer swissuniversities-Delegationsreise. Die interdisziplinäre Delegation beteiligte sich während der Expo-Eröffnungswoche an verschiedenen internationalen Konferenzen. In deren Zentrum stand die Diskussion über soziale und technologische Innovationen für die Entwicklung von Smart Sustainable Cities.

Internationaler Austausch über Smart Cities der Zukunft

In Zusammenarbeit mit der United Nations Economic Commission for Europe (UNECE), swissuniversities und dem Copenhagen Centre on Energy Efficiency organisierte die ZHAW am Mittwoch, 14. Juni 2017, den Smart Sustainable Cities Day. Dieser fand im Rahmen des 8th International Forum on Energy for Sustainable Development statt. Die Eröffnung des Anlasses übernahmen Urs Schmid, Schweizer Botschafter in Kasachstan, und Ivonne Higuero, Direktorin der UNECE Forests, Land and Housing Division.

Am Smart Sustainable Cities Day referierten internationale Expertinnen und Experten. Vicente Carabias-Hütter, stellvertretender Leiter des ZHAW Instituts für Nachhaltige Entwicklung (INE), moderierte die zweite Session «Integrated Approaches of Energy and Transportation Infrastructures for Cities». Sie beschäftigte sich mit Themen und «Best Practices» zu integrierten Energie- und Transportsystemen für die smarte und nachhaltige Entwicklung von Städten. Die letzte Session des Tages, «Designing Smart and Sustainable Urban Isles», wurde von Heinz Bernegger vom ZHAW Institut für Facility Management (IFM) moderiert. Forschende verschiedener ZHAW-Departemente und -Institute beteiligten sich während der Sessions mit Redebeiträgen und brachten Erkenntnisse aus ihrer Forschungstätigkeit ein.

Soziale und technologische Innovationen notwendig

Der Smart Sustainable Cities Day fand am Donnerstag, 15. Juni, und am Freitag, 16. Juni 2017, eine Fortsetzung im Internationalen Seminar zum Thema «Towards Smart Sustainable Cities – Integrated Approaches» an der Nazarbayev University in Astana. Expertinnen und Experten der swissuniversities-Delegation sowie aus Kasachstan, Deutschland, Russland und den USA vertieften die während des Smart Sustainable Cities Day diskutierten Themen und beschäftigten sich mit verschiedenen Aspekten der Entwicklung von Städten hin zu intelligenten und nachhaltigen urbanen Lebensräumen.

Vicente Carabias-Hütter, der das Internationale Seminar mitorganisiert hat, zeigt sich erfreut über die profunden Beiträge und den akademischen Austausch aller Teilnehmenden: «Die Konferenz war sehr lehrreich und hat gezeigt, dass sowohl soziale als auch technologische Innovationen auf dem Weg zu Smart Sustainable Cities nötig sind. Am Poster-Wettbewerb haben die Studierenden der Nazarbayev University hierzu kreative Lösungsvorschläge eingereicht. In der abschliessenden Session konnten bereits zukünftige Partnerschaften aufgegleist werden.»

Austausch auch in der Bildung

Im Vorfeld des Internationalen Seminars hatten sich Vertreterinnen und Vertreter der ZHAW, von swissnex mobile und der noch jungen, aber stark wachsenden Nazarbayev University getroffen, um Formen des Austauschs und der Zusammenarbeit sowohl in der Forschung als auch in der Bildung zu erkunden. Laut Vera Narodnitzkaia, Leiterin Stabsstelle Internationales an der ZHAW, wird an der Nazarbayev University auf hohem Niveau geforscht und unterrichtet: «Die international rekrutierten Lehrkräfte unterstützen die Studierenden in den auf Englisch geführten Studiengängen dabei, Höchstleistungen zu erbringen.»

Bicar: ZHAW-Innovation an der Expo

Mit dem Bicar präsentieren die ZHAW und ihr Spin-off «Share your BICAR» passend zur Diskussion über Smart Sustainable Cities ein Konzept für nachhaltige urbane Mobilität. Ein Exemplar des Fahrzeugs mit der goldenen Haube steht im swissnex Lab und hat seit der Eröffnung bereits viele internationale Fans gewonnen. Das von einem interdisziplinären ZHAW-Forscherteam entwickelte Bicar vereint die Vorteile von Velo und Elektroauto zu einem innovativen Stadtfahrzeug.

Hans-Jörg Dennig vom ZHAW Zentrum für Produkt- und Prozessentwicklung (ZPP) erläuterte die Vorzüge des Bicar-Sharingkonzepts – und den Beitrag, den es zu einem smarten Verkehrssystem leistet – während eines Interviews im swissnex Lab: «Das Bicar-Konzept soll nur ein Baustein im Verkehrssystem sein und mit anderen Mobilitätsformen des öffentlichen Verkehrs agieren. Das wendige, dreirädrige und somit auch sichere Leichtfahrzeug soll lediglich für die erste und letzte ‹Meile› als Sharingsystem eingesetzt werden und damit den Autoverkehr in den Städten reduzieren.»