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Smart Commuting

Intelligentes mobiles Arbeiten in Wachstumsregionen

Das Projekt «Smart Commuting» untersucht, wie sich Arbeitsmobilität zukunftsfähig und nachhaltig gestalten lässt.

Die Mobilitätsbedürfnisse in der Schweiz nehmen mit der wirtschaftlichen Entwicklung und dem Siedlungswachstum weiter zu. Auch steigende Einkommen, ein aktiver Lebensstil und die Bevölkerungszunahme infolge Migration tragen dazu bei. Dieser Trend hat Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft: Langes oder umständliches Pendeln kann die Arbeitsproduktivität senken und Zeit für andere Aktivitäten wie Freizeit, Erholung oder Familie einschränken. Die steigende Pendlerzahl und die immer grösseren Pendeldistanzen bringen bestehende Verkehrssysteme zudem an ihre Kapazitätsgrenzen, erhöht den Energieverbrauch sowie den Ausstoss gesundheits- und umweltschädlicher Emissionen. Die Arbeitsmobilität generiert somit zusehends negative Einflüsse auf soziale, ökonomische und ökologische Bereiche. Insbesondere in stärker belasteten Metropolitanräume nimmt die Relevanz dieses Themas stetig zu. Städte mit einem hohen Pendleranteil wie Basel müssen ihre Mobilitätsstrategien diesen veränderten Rahmenbedingungen anpassen. Dabei können Chancen, die sich mit neuen Technologien bieten, genutzt werden, um die Nachhaltigkeit der Mobilitätssysteme zu verbessern. Insbesondere die Anwendbarkeit von intermodalen Planungs- und Buchungssystemen wie «Mobility-as-a-Service (MaaS)» wird hierbei untersucht.

Zielsetzung des Projektes «Smart Commuting» ist, 1. Das Potenzial zur Energie- und CO2-Emissionsreduktion im Bereich der Pendlermobilität zu identifizieren, 2. Ansatzpunkte für eine Veränderung hin zu nachhaltiger Mobilität zu finden und 3. für individuelles Mobilitätsverhalten sowie für Unternehmen und städtische Verkehrs- und Mobilitätsplanung Strategien für eine nachhaltige Mobilität zu entwickeln.

Das Projekt verfolgt einen integrativen Ansatz, um Lösungen für Pendlermobilität zu entwickeln. So werden Entwicklungen in Gesellschaft und Arbeitswelt als Ursache für die Mobilitätsnachfrage und als Ansatzpunkt für Massnahmen berücksichtigt. Ziel ist auch, Entscheidungsträger aus Politik und Planung zu unterstützen, um den Veränderungsprozess hin zu einer nachhaltigen Mobilität zu gestalten.

Das Projekt «Smart Commuting» wird innerhalb des ERA-NET Smart Cities and Communities (ENSCC) Förderprogramms gefördert. Der Schweizer Beitrag wird durch das Bundesamt für Energie (BFE) finanziert. Dabei werden in drei Fallstudien in Finnland, Österreich und der Schweiz Daten erhoben, vergleichend analysiert und Ergebnisse in die Praxis umgesetzt.

Arbeitsschritte und -pakete im Projekt «Smart Commuting»

Pendlerbedürfnisse und Stakeholderanalyse

Um den Systemwandel auf den unterschiedlichen Ebenen Individuum, Transportsystem und Gesellschaft zu unterstützen, sind Erkenntnisse über Gruppenverhalten und Entscheidungsprozesse essentiell. Das Ziel ist, das entsprechende Wissen für unterschiedliche Akteure bereitzustellen, um den Systemwandel hin zu neuen Mobilitätsservices zu erreichen. Die Ergebnisse werden in den konkreten Umsetzungsprojekten angewandt, beispielsweise um in bestimmten Städten die Pendlerpolitik und entsprechende Projekte zu unterstützen. Wichtig ist hierbei die Übertragbarkeit auf andere europäische Städte und Regionen.

Die Bedürfnisse und das Verhalten von Individuen (unter Berücksichtigung unterschiedlicher Nutzergruppen) und die Bedürfnisse, Motivation und Netzwerkstruktur von Stakeholdern werden mithilfe quantitativer wie qualitativer Methoden untersucht. Dabei werden sekundärstatistische Analysen empirischer Daten mit einer Meta-Analyse bisheriger Erkenntnisse und Publikationen kombiniert. Um die Nachhaltigkeit der eingesetzten Tools und Services zu prüfen, werden aktuelle Entwicklungen, z.B. in den Bereichen Technologie, Lebensstil oder Arbeitswelt, mit Foresight-Methoden erfasst und hinsichtlich ihrer Wahrnehmung durch Stakeholder eingeordnet. Darüber hinaus sollen Stakeholder-Netzwerke hinsichtlich der Möglichkeiten zu Kooperationen und gemeinsamen Ansätzen (z.B. gemeinsames Mobilitätsmanagement durch Kommunen und Betriebe) analysiert werden. Um schlussendlich einen Systemwandel auf allen drei Ebenen (Individuum, Transportsystem, Gesellschaft) zu unterstützen, werden Gestaltungsgrundlagen für Mobilitätsservices, Mobilitätsmanagementkonzepte und Vorschläge zur Implementierung von technologischen Lösungen für eine verstärkte Nutzerakzeptanz erarbeitet. Entsprechend berücksichtigt werden politische und planerische Massnahmen, Preisgestaltung, Geschäftsmodelle, und Kommunikation in den unterschiedlichen Phasen der Einführung neuer Pendlermobilitätskonzepte.