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Welcome to DynPOWER 2022

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Wir befinden uns in einer Zeit nach der Pandemie, in der die Aktivitäten allmählich wieder zur Normalität zurückkehren. Obwohl wir uns immer noch in Zeiten der Ungewissheit befinden, ist es möglich, sich wieder von Angesicht zu Angesicht zu treffen und wir wollen diese neue Gelegenheit nutzen, um erneut unseren internationalen Workshop abzuhalten.

Die Energiewende ist weltweit eine Realität und wird gerade umgesetzt. Obwohl die globalen geopolitischen Umstände die zukünftigen Entwicklungspläne beeinflussen können, gibt es noch offene technische Fragen, die dringend beantwortet werden müssen.

In diesem Zusammenhang ist der internationale Workshop ein offenes, kostenloses Forum, das Experten aus Industrie und Wissenschaft aus der ganzen Welt zusammenbringt. Dort können sie ihre neuesten Entwicklungen zur Bewältigung dieser inhärenten Herausforderungen diskutieren. Die Veranstaltung zielt darauf ab Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Betrieb, der Überwachung, dem Schutz und der Steuerung der künftigen Stromnetze zu erörtern, ist aber nicht darauf beschränkt.

Der Workshop findet am Montag, den 19. September 2022, in Winterthur, Schweiz, statt. Veranstaltungsort ist das CASINOTHEATER im Herzen des Stadtzentrums. Die Veranstaltung wird in einer hybriden Form stattfinden, d.h. wir werden bis zu 50 Personen vor Ort beherbergen und die Präsentationen werden parallel dazu live gestreamt für das internationale Publikum, das wir in den letzten zwei Jahren gewonnen haben.

Offizielles Programm (GMT+2:00)

Zeit Referent/-in Präsentation
08:30 – 09:00 Registration und Türöffnung - Casinotheater  
09:00 – 09:15 Rafael Segundo und Petr Korba Willkommen
09:15 – 09:55 Paolo Attilio Pegoraro, University of Cagliari, Italy Power system monitoring and state estimation under dynamic conditions: a measurement perspective
09:55 – 10:35 Charalambos (Harrys) Konstantinou, KAUST, Saudi Arabia Cybersecurity Challenges for Cyber-Physical Energy Systems Stability
10:35 – 11:15 Silvia Bardi, Typhoon HIL, Switzerland Hardware-in-the-Loop Testing for Grid Stability and Resilience
11:15 – 11:55 Gabriel E. Mejia-Ruiz, UNAM, Mexico Real-Time Co-Simulation of Transmission and Distribution Networks with Frequency and Voltage Optimal Control
11:55 – 12:30 Sponsor-Ausstellung  
12:30 – 14:00 Mittagspause  
14:00 – 14:20 Rafael Segundo und Petr Korba Willkommen zurück
14:20 – 15:00 Rossano Musca & Cosimo Pisani, University of Palermo and Terna, Italy Modelling of the European power system for dynamic simulations in current and future scenarios
15:00 – 15:40 Giorgio Giannuzzi, Terna, Italy New voltage regulator and Linear Quadratic Regulator with Integral action (LQRI) application
15:40 – 16:20 Asja Derviškadić, Swissgrid, Switzerland Analysis of the two systems splits within the Continental European Synchronous Area in year 2021
16:20 – 17:00 Krešimir Mesić and Marko Rekić, HOPS, Croatia Systems for supporting power system operation of modern TSO
17:00 – 17:40 Jaime Cepeda, CENACE, Ecuador Applications of Real-Time Digital Twin Simulation along with WAMS for improving the power system dynamic security
18:00   Schluss

Standort

Casinotheater Winterthur, Stadthausstrasse 119, 8400 Winterthur

  • Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Das Casinotheater befindet sich im Herzen der Winterthurer Altstadt und ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Der Hauptbahnhof Winterthur ist weniger als 5 Gehminuten vom Casinotheater entfernt.

  • Anreise mit privaten Verkehrsmitteln:

Das Casinotheater erreichen Sie über die A1, Ausfahrt Winterthur-Töss, Oberwinterthur oder Wülflingen und weiter Richtung Stadtzentrum. Parkmöglichkeiten gibt es im Parkhaus Archhöfe, Coop / Manor am Stadtgarten, Eulachpassage, Hauptbahnhof oder Technikzentrum in Gehdistanz.

Sponsor

Informationen zu den Referent*innen

Paolo Attilio Pegoraro, Universität von Cagliari, Italien, paolo.pegoraro@unica.it

► Power system monitoring and state estimation under dynamic conditions: a measurement perspective

Das wirksame Management moderner Stromversorgungssysteme erfordert die Verfügbarkeit geeigneter Überwachungsarchitekturen, die darauf ausgelegt sind, bestimmte Leistungsziele für die interessierenden Größen zu erreichen. Die Kontrollzentren der Stromversorgungssysteme benötigen genaue und hochfrequente Informationen, um die laufende Dynamik zu verfolgen, eine rechtzeitige Entscheidungsfindung zu unterstützen und eine wirksame Notfallanalyse, Fehlererkennung und Schutzmaßnahmen durchzuführen. Instrumente der neuen Generation, wie z. B. Phasenmessgeräte (PMUs) und intelligente Stromzähler (Smart Meters), haben ein enormes Potenzial für die Überwachung von Stromnetzen und insbesondere für Anwendungen zur Zustandsschätzung. Ihre Leistung unter dynamischen Bedingungen unterscheidet sich jedoch erheblich von der, die in ihrer Spezifikation angegeben oder durch Konformitätstests bewertet wird. Darüber hinaus werden innovative Verfahren benötigt, die es ermöglichen, unterschiedliche und adaptive Werte für die Genauigkeit der verschiedenen Messgeräte im Schätzungsprozess zu berücksichtigen. Messungen von heterogenen Geräten und Informationen über die Unsicherheiten, die in den Schätzungsprozess einfließen sollen, müssen unter Berücksichtigung des tatsächlichen Betriebszustands der überwachten Knoten gesammelt und verwendet werden. Der Vortrag wird sich auf diese Aspekte des Überwachungsprozesses konzentrieren und verfolgt zwei Ziele: eine Messperspektive mit konkreten Beispielen zu geben und mögliche Wege für Überwachungssysteme der neuen Generation aufzuzeigen.

Dr. Paolo Attilio Pegoraro ist außerordentlicher Professor für Instrumentierung und Messtechnik an der Universität von Cagliari in Italien. Er ist Mitglied der IEEE Instrumentation and Measurement Society (IMS), von TC39 Measurements in Power Systems, von IEC TC 38/WG 47 und des IEEE Workshop on Applied Measurements for Power Systems Steering Committee. Dr. Pegoraro ist Autor und Mitautor von über 130 wissenschaftlichen Arbeiten. Im Jahr 2020 wurde er als einer der "70 meistveröffentlichten Autoren aller Zeiten" und als Mitautor von 3 Artikeln unter den "70 meistzitierten Artikeln der letzten 7 Jahre" der IEEE Transactions on Instrumentation and Measurement (TIM) ausgezeichnet. Er ist Mitherausgeber von TIM und Gastredakteur bei IEEE OJIM. Im Jahr 2020 erhielt er die nationale wissenschaftliche Qualifikation für die Funktion eines ordentlichen Professors.

Charalambos (Harrys) Konstantinou, König-Abdullah-Universität für Wissenschaft und Technologie (KAUST), Saudi-Arabien, charalambos.konstantinou@kaust.edu.sa

► Cybersecurity Challenges for Cyber-Physical Energy Systems Stability

Rasche Fortschritte in der Leistungselektronik und die zunehmende Verbreitung dezentraler Energieressourcen (DERs) verändern die Stromnetze. Darüber hinaus wird das Netz durch die zunehmende Art und Anzahl von Lasten und den Stromtransport belastet. Insgesamt steht das Stromnetz vor noch nie dagewesenen Veränderungen in Betrieb und Steuerung, da immer mehr und vielfältigere Quellen und Lasten an dieses komplexe cyber-physische Energiesystem angeschlossen werden. In Anbetracht dieser Modernisierung und aufgrund der zunehmenden Anzahl von mit dem Internet der Dinge (IoT) verbundenen Steuergeräten sowie der Verwendung von Kommunikations- und Steuerungsschnittstellen ist es für den Betrieb des Stromnetzes von höchster Priorität, das CPES gegen unerwünschte cyber-physische Ereignisse mit hoher Auswirkung und geringer Wahrscheinlichkeit, wie z. B. Cyber-Angriffe, widerstandsfähig zu machen. Solche Vorfälle können sich, wenn sie unvermindert bleiben, verstärken und systemdynamische Instabilitäten hervorrufen, die schließlich zu Ausfällen und Systemstörungen führen. In diesem Vortrag geben wir einen Überblick über die Forschung des Secure Next Generation Resilient Systems (SENTRY) Lab (sentry.kaust.edu.sa) an der KAUST und stellen verschiedene Methoden vor, die im Zeitalter der erneuerbaren Energien zum Aufbau sicherer und stabiler cyber-physischer Netze beitragen.

Charalambos Konstantinou ist Assistenzprofessor an der Abteilung für Computer-, Elektro- und mathematische Wissenschaften und Ingenieurwesen (CEMSE) der King Abdullah University of Science and Technology (KAUST), Thuwal, Saudi-Arabien. Er leitet das SENTRY Lab (Secure Next Generation Resilient Systems - sentry.kaust.edu.sa) und ist Mitglied des Resilient Computing and Cybersecurity Center (RC3) der KAUST. Bevor er zur KAUST kam, war er Assistenzprofessor am Center for Advanced Power Systems (CAPS) der Florida State University. Sein Forschungsinteresse gilt der Sicherheit und Widerstandsfähigkeit von cyber-physischen Systemen mit besonderem Schwerpunkt auf Smart-Grid-Technologien, der Integration erneuerbarer Energien und Echtzeitsimulation.

Silvia Bardi, Typhoon HIL, Schweiz, silvia.bardi@typhoon-hil.com

► Hardware-in-the-Loop Testing for Grid Stability and Resilience

Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen elektrischen Revolution. Globale Ereignisse führen dazu, dass mehr lokal verwaltete und nachhaltige Energiesysteme benötigt werden. Oft bedeutet dies, dass erneuerbare Energiequellen in Verbindung mit neuartigen Energiespeichersystemen in die bestehende Netzinfrastruktur integriert werden müssen. Der Umbau des Energiesystems ist jedoch mit erheblichen Herausforderungen in Bezug auf Netzstabilität, Sicherheit und Widerstandsfähigkeit verbunden. Die erfolgreiche Digitalisierung, Dezentralisierung und Dekarbonisierung von Energiesystemen erfordert Software, die zahlreiche verteilte Energiequellen und Lasten gleichzeitig steuern und aggregieren kann. Diese Software muss getestet werden, und das ist nur mit Hilfe von spezialisierten, fortschrittlichen Werkzeugen möglich, die das Kerngeschäft von Typhoon HIL darstellen. Typhoon HIL ist Markt- und Technologieführer für Echtzeitsimulation und Testautomatisierungslösungen für Leistungselektronik, E-Mobilität, Microgrids und Verteilnetze. Wir arbeiten mit unseren Kunden zusammen, um die Herausforderungen der Netzmodernisierung zu meistern, indem wir industrieerprobte, vertikal integrierte Testlösungen zusammen mit einem erstklassigen Kundensupport anbieten.

Silvia Bardi arbeitet derzeit als Senior Grid Modernization Solution Manager bei Typhoon HIL. Davor sammelte sie über einen Zeitraum von fast zwanzig Jahren umfangreiche Erfahrungen in den Bereichen Management, Produktmanagement, Vertrieb und Geschäftsentwicklung bei ABB. Silvia hat einen Master-Abschluss von der Universität Florenz und einen Doktortitel vom Imperial College London. Sie hat zusätzliche Studien an der Universität Sankt Gallen und am IMD Lausanne absolviert. Silvia ist seit 2022 Vorsitzende des IEEE Power and Energy Society Swiss Chapter. Davor hatte sie die Rolle der stellvertretenden Vorsitzenden inne und fungiert als Mentorin bei IEEE Women in Engineering.

Gabriel E. Mejia-Ruiz,Nationale Autonome Universität von Mexiko (UNAM), Mexiko, gabriel.mejia.ruiz@comunidad.unam.mx

► Real-Time Co-Simulation of Transmission and Distribution Networks with Frequency and Voltage Optimal Control

Die Hardware-in-the-Loop-Cosimulation in Echtzeit ist eine kostengünstige, risikoarme und hochgradig wiederholbare Alternative für die Prüfung der Auswirkungen moderner Regelungssysteme für die Frequenz- und Spannungsstützung von Übertragungsnetzen durch Ausnutzung der Leistungseinspeisung von Batteriespeichersystemen (BESS) auf die Frequenz- und Spannungsregelung des Stromnetzes. In diesem Zusammenhang werden die Durchführbarkeit und die dynamische Leistung eines optimalen hierarchischen Regelungsrahmens experimentell in einer Laborumgebung mit der erfolgreichen Zusammenschaltung mehrerer Echtzeit-Emulatoren verschiedener Marken und Power-Hardware-in-the-Loop überprüft.

Gabriel Mejia-Ruiz erwarb 2007 einen B.Eng. in Regelungstechnik an der Nationalen Universität von Kolumbien, Medellin, Kolumbien. M.Eng. in Elektrotechnik von der Staatlichen Universität Antioquia, Medellin, Kolumbien, im Jahr 2014. Seit 2020 promoviert er in Elektrotechnik an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM). Seine Interessensgebiete umfassen leistungselektronische Umrichter, Netzintegration und Steuerungen für die Bereitstellung von Hilfsdiensten für die Netze.

Cosimo Pisani, Terna, Italien, cosimo.pisani@terna.it

► Modelling of the European power system for dynamic simulations in current and future scenarios

Das europäische Stromversorgungssystem ist auf einen Transformationsprozess im Zusammenhang mit dem weltweiten Engagement für saubere Energie ausgerichtet. Es wird daher ein starker Anstieg der erneuerbaren Energiequellen und eine entsprechende Einschränkung der synchronen Erzeugung erwartet. In diesem Zusammenhang spielt die Entwicklung genauer Simulationsmodelle des europäischen Systems eine grundlegende Rolle für die Analyse möglicher zukünftiger Szenarien, die von konvertergestützten Erzeugungsquellen dominiert werden. Der Vortrag gibt einen vorläufigen Überblick über die bestehenden Modelle des europäischen Stromnetzes und konzentriert sich dann auf das groß angelegte dynamische Modell des kontinentaleuropäischen Synchrongebiets, das von ENTSO-E bereitgestellt wird. In diesem Zusammenhang halten die Untergruppen für Systemschutz und Dynamik ein solches Modell ständig auf dem neuesten Stand, basierend auf dem besten Zukunftsbild von Netzentwicklungsinvestitionen und Betriebsszenarien, indem sie die Verfügbarkeit von dynamischen Modellen für elektrische Komponenten erweitern und real aufgetretene Ereignisse ausnutzen, um ihre Parameter richtig abzustimmen. Daher stellt ein solches Modell einen soliden Maßstab für dynamische Sicherheitsanalysen dar, die von Experten der Übertragungsnetzbetreiber durchgeführt werden, und garantiert gleichzeitig ein gutes Basisszenario für theoretische Untersuchungen, insbesondere aus dem akademischen Bereich. In diesem Rahmen beschreibt die Präsentation zunächst das Modell und die damit verbundenen Initiativen zu seiner Entwicklung und Aktualisierung und stellt dann einige Forschungsaktivitäten vor, die das ENTSO-E Modell als Ausgangsbasis für die Studien verwenden. Dieses Modell wurde erweitert, indem verschiedene Mengen an synchroner Erzeugung ersetzt und die entsprechende Menge an nicht-synchronen Erzeugungsquellen eingeführt wurden. Diese Änderungen sollen mögliche zukünftige Szenarien widerspiegeln und werden als Anwendungsfall dargestellt. Es werden Modalanalysen und dynamische Simulationen des europäischen Systems im Zeitbereich vorgestellt, und die Ergebnisse werden einige relevante Überlegungen zur Frequenzdynamik und zum Schwingungsverhalten des Systems in umrichterdominierten Szenarien aufzeigen. Schließlich wird auch die Ableitung eines möglichen äquivalenten dynamischen Modells aus dem großräumigen Modell des europäischen Stromnetzes erörtert.

Cosimo Pisani promovierte 2014 in Elektrotechnik an der Universität Neapel "Federico II", Neapel, Italien. Seit 2016 ist er leitender Ingenieur für Stromnetze in der Abteilung Dispatching and Switching von Terna. Er ist Autor von über 60 wissenschaftlichen Arbeiten. Zu seinen Forschungsinteressen gehören die Anwendungen der dynamischen Stabilität von Stromsystemen, Wide Area Monitoring and Protection Systems, Hochspannungs-Gleichstromsysteme und die Wiederherstellung von Stromsystemen. Er ist Leiter der WAMS-Arbeitsgruppe innerhalb der ENTSO-E System Protection and Dynamic Group, die sich mit der Entwicklung von Werkzeugen für die Rekonstruktion großer und komplexer Netzereignisse in Kontinentaleuropa (z.B. Inter-Area Oscillations) beschäftigt. Er war auch Mitglied der CIGRE C2.17 Arbeitsgruppe Wide Area Monitoring Systems und Mitglied der CIGRE C2.18 Arbeitsgruppe Wide Area Monitoring Protection and Control Systems - Decision Support for System Operators.

Rossano Musca, Universität von Palermo, Italien, rossano.musca@unipa.it

► Modelling of the European power system for dynamic simulations in current and future scenarios

Da Rossano Musca seinen Vortrag zusammen mit Cosimo Pisani hält, ist sein Abstrakt derselbe, wie der von Cosimo Pisani.

Rossano Musca promovierte 2010 in Elektrotechnik an der Universität von Palermo (Italien). Von 2011 bis 2018 arbeitete er für das Softwareunternehmen NEPLAN AG, Zürich (Schweiz), und leitete die Entwicklung der Simulationsmodule "Dynamic Analysis" (RMS und EMT) und "Small Signal Stability". Seit 2018 ist er Forscher an der Universität Palermo, wo er hauptsächlich an der Stabilität und Steuerung von Stromversorgungssystemen arbeitet, mit einem Schwerpunkt auf den dynamischen Aspekten im Zusammenhang mit der großen Integration von umrichterbasierter Erzeugung, der Dämpfung von Stromversorgungssystemen und Schwingungen, netzgeführten und netzbildenden fortschrittlichen Steuerungen.

Giorgio Gianuzzi, Terna, Italien, giorgio.giannuzzi@terna.it 

► New voltage regulator and Linear Quadratic Regulator with Integral action (LQRI) application

Die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energiequellen führt zu einer stärker dezentralisierten und konvertergestützten Energieerzeugung und die Massnahmen zur Begrenzung des Klimawandels haben erhebliche Auswirkungen auf die Struktur des elektrischen Energiesystems und seiner Regulierung. Vor dem Hintergrund dieses Szenarios und der extremen Variabilität des Elektrizitätssystems ist eine Entwicklung des nationalen Elektrizitätssystems von einer ursprünglich zentralisierten Stromerzeugung zu einem Übergang zu einem dezentraleren Paradigma aufgrund der Abschaltung von Kohlekraftwerken und der Zunahme der erneuerbaren Energien zu beobachten. Es ist daher zu erwarten, dass die Wirksamkeit der derzeitigen Spannungsregelungsarchitektur bald nachlassen wird.

Die derzeitige sekundäre Spannungsarchitektur in Italien basiert auf einer Standard-PID-Regelung und typischen konstanten Zeiten von mehreren Jahrzehnten oder Sekunden, die nicht mit den Einschaltzeiten von umrichterbasierten Ressourcen kompatibel sind. Außerdem erfordert die Unterwerfung dieser neuen Ressourcen unter das zentralisierte System die Einführung von umfassenden Energiesystemmodellen einschließlich der Unterübertragungsnetze, in denen die gleichen Ressourcen installiert sind. Dies erhöht die Komplexität der Matrixberechnung und der Anpassung, die für die optimale Einstellung des Proportional-Integral-Reglers erforderlich ist. Eine angemessene Koordinierung der langsamen und schnellen Blindleistungsressourcen ist daher zwingend erforderlich.

Entsprechend dem aufgezeigten Rahmen investiert Terna in eine tiefgreifende Überarbeitung der sekundären Spannungsregelung sowohl von der algorithmischen als auch von der architektonischen Seite. In Bezug auf den ersten Aspekt befinden sich zwei Hauptansätze in der Validierungsphase: der erste basiert auf dem Ersatz der Standard-PI-Regelung durch eine LQRI, die den Vorteil hat, die Anpassungsfähigkeit in Bezug auf die Entwicklung der Netzbedingungen sowie die Stabilität des Regelkreises zu verbessern; der zweite ist ein vollständig messungsbasierter Ansatz, der auf der Dynamic Mode Decomposition basiert und mehrere strategische Messungen verarbeitet, die vom Terna Wide Area Measurement System erfasst wurden. In Bezug auf den zweiten Aspekt wurden einige fortschrittliche Technologien für den Einsatz identifiziert, wie z.B. der Kakfa-Broker, der in der Lage ist, Daten und Befehlssignale abzurufen und an das Feld zu übermitteln, wobei sowohl Standard- (IEC 60870-104) als auch neu angenommene Protokolle (IEEE C37.118) harmonisiert werden.

Dr. Giorgio M. Giannuzzi erwarb seinen Abschluss in Elektrotechnik an der Universität Rom. Er arbeitete bis 2000 bei ABB und ist seit 2001 bei Terna als Experte für dynamische Studien, Schutz, Fernsteuerung, Automatisierung von Unterstationen, Wide Area Defense System und Wide Area Monitoring System tätig. Unter seiner Leitung wurde das Terna EMS (optimale Sicherheit des Leistungsflusses und des Marktes, optimaler Blindleistungsfluss, dynamisches Tool zur Bewertung der Sicherheit, Software zur Überprüfung der dynamischen und statischen Sicherheit und Simulator für die Schulung der Betreiber) entwickelt. Er beaufsichtigte die technischen Anlagen des italienischen Netzkodex (primäre und sekundäre Frequenzregelung, Lastabwurf, Schutz und Automatisierung sowie Verteidigungspläne). Er war Mitglied der UCTE-Expertengruppe für die Stabilität von Stromnetzen und ist seit 2010 Mitglied der ENTSO-E System Protection and Dynamics Group. Seit 2014 ist er Co-Convenor und koordiniert die europäische Bewertung der Auswirkungen von überdisperser Erzeugung auf die Systemsicherheit und Verteidigungssysteme. Derzeit ist er Leiter der Abteilung für Systemtechnik des National Dispatching Centre.

Asja Derviškadić, Swissgrid, Schweiz, asja.derviskadic@swissgrid.ch

► Analysis of the two systems splits within the Continental European Synchronous Area in year 2021

Im Jahr 2021 kam es im kontinentaleuropäischen Synchronbereich (CE) zu mehreren Zwischenfällen, die den Verbund ernsthaft in Frage stellten. Dank der engen Zusammenarbeit der europäischen ÜNB im Rahmen des ENTSO-E und der inhärenten Widerstandsfähigkeit eines so großen Stromnetzes hatte keines dieser Ereignisse katastrophale Folgen, und das System konnte nach wenigen Stunden wieder in einen sicheren Betriebsmodus gebracht werden. Zunächst wurde am 8. Januar aufgrund eines großen Stromflusses von Südost- nach Nordwesteuropa das System durch kaskadierte Auslösungen mehrerer Übertragungselemente in zwei getrennte Regionen geteilt, wobei die Trennungslinie durch Kroatien, Serbien und Rumänien verlief. Am 24. Juli wurde dann die iberische Halbinsel vom Rest des europäischen Stromnetzes getrennt. Grund dafür war ein Großbrand im ostfranzösischen Doppelstromkreis in der Nähe der Verbindungsleitung zwischen Spanien und Frankreich, der die automatischen Schutzvorrichtungen der Verbindungsleitungen auslöste und zu weiteren kaskadenartigen Auslösungen führte. 
Die ENTSO-E Untergruppe Systemschutz und -dynamik hatte eine führende Rolle bei der Durchführung der technischen Untersuchungen, die auf diese Ereignisse folgten, und trug aktiv zur Definition zukünftiger Empfehlungen bei. Das Tutorial/Panel geht auf die Methoden und Werkzeuge ein, die bei diesen Untersuchungen verwendet wurden, wobei der Schwerpunkt auf den dynamischen Stabilitätskriterien liegt.
 
Asja Derviškadić erwarb 2012 und 2015 den B.Sc. und M.Sc. in Elektrotechnik an der Universität Rom "La Sapienza", Rom, Italien, und 2019 den Ph.D. in Elektrotechnik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL), Lausanne, Schweiz. Von 2019-2020 war sie Postdoktorandin am Distributed Electrical Systems Laboratory (DESL) der EPFL und ihre Forschungsinteressen konzentrierten sich auf synchronisierte Sensortechnologien für eine flächendeckende Situationswahrnehmung von Stromnetzen, die unter instationären Bedingungen arbeiten. Derzeit arbeitet sie als Ingenieurin für Netzstudien im Team für kurzfristige Netzmodellierung von Swissgrid, dem Schweizer Übertragungsnetzbetreiber. Sie ist Mitglied der ENTSO-E Untergruppe System Protection and Dynamics.

Krešimir Mesić and Marko Rekić, HOPS, Croatia
kresimir.mesic@hops.hr, marko.rekic@hops.hr

► Systems for supporting power system operation of modern TSO

Der Betrieb von Übertragungsnetzen steht vor Herausforderungen wie der sehr schnellen und starken Integration erneuerbarer Energien, schnellen dynamischen Veränderungen im Netz, Engpassmanagement usw. Trotz all dieser Herausforderungen muss das System zuverlässig und stabil bleiben. Um den Systembetrieb unter diesen schwierigen Bedingungen zu erleichtern, werden in der Leitwarte neue Systeme eingeführt. Eines davon ist das Wide Area Monitor (WAM)-System, das dem Dispatcher in der Leitwarte ein Echtzeitbild des Netzzustands in Bezug auf die Stabilität durch die Überwachung von Winkeldifferenzen oder Schwingungen liefert. Außerdem meldet das WAM-System mit Hilfe der implementierten Algorithmen Bedingungen wie das Auftreten von Asymmetrien im Netz, Leitungsbrüche oder die Erkennung von Inseln. Eines der neueren Systeme ist das Dynamic Thermal Rating (DTR) System, das auf kritischen, oft hoch belasteten Stromleitungen installiert wurde. Für diese Stromleitungen ermöglicht DTR die Vorhersage der Übertragungskapazität zum Zwecke der Planung und der Echtzeitschätzung der Übertragungskapazität auf der Grundlage der Wettervorhersage in der Nähe der Stromleitung und der gemessenen Stromleitungsparameter. Die Ergebnisse des DTR-Systems werden in Echtzeitanwendungen für die Sicherheitsanalyse und die Berechnung von Vorhersagen auf der Grundlage des Stromflusses am nächsten Tag verwendet.

Krešimir Mesić (männlich) hat sein Studium der Elektrotechnik an der Fakultät für Elektrotechnik der Universität Zagreb (Kroatien) abgeschlossen. Er arbeitete in den letzten 13 Jahren beim kroatischen Übertragungsnetzbetreiber in der Abteilung für Prozess- und Unternehmens-IT, Anwendungsunterstützung für die Stromnetzsteuerung. Als HOPS-Vertreter nahm er an verschiedenen internen und internationalen Projekten und Studiengruppen teil, z. B. SINCROGRID, CROSSBOW, FARCROSS, ENTSOe CGMES IT SPOC. Er ist am HOPS DTR System beteiligt.

Marko Rekić (männlich) hat sein Studium der Elektrotechnik an der Fakultät für Elektrotechnik der Universität Osijek (Kroatien) abgeschlossen. Er hat in den letzten 6 Jahren beim kroatischen Übertragungsnetzbetreiber in der Abteilung für Prozess- und Unternehmens-IT gearbeitet, die die Steuerung des Stromnetzes unterstützt. Als HOPS-Vertreter nahm er an verschiedenen internen und internationalen Projekten und Studiengruppen teil, z. B. SINCROGRID, CROSSBOW, ENTSO/E System Protection and Dynamics. Er ist am HOPS Wide Area Monitoring System und an SCADA/EMS-Anwendungen beteiligt.

Jaime Cepeda, Nationaler Stromversorger CENACE, Ecuador, cepedajaime@ieee.org

► Applications of Real-Time Digital Twin Simulation along with WAMS for improving the power system dynamic security

Der Betrieb elektrischer Energiesysteme steht vor mehreren technischen Herausforderungen, die mit den neuen Paradigmen der Verwaltung und Planung zusammenhängen, wie z. B. die Einbeziehung deregulierter Märkte, der Verbund mit benachbarten regionalen Systemen, die Diversifizierung der Energiequellen, die Berücksichtigung von Umweltauflagen und sogar die massive Verbreitung von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Unter diesen Bedingungen können unerwartete Störungen zu Verletzungen der für das Stromversorgungssystem festgelegten Sicherheitsgrenzen führen, was den Ausfall wichtiger Systemelemente und sogar teilweise oder vollständige Stromausfälle zur Folge haben kann. Die Echtzeit-Überwachung der statischen und dynamischen Sicherheit des Stromnetzes spielt eine grundlegende Rolle in den Anwendungen, die in den Kontrollzentren eingesetzt werden; die Betreiber müssen jedoch eine angemessene Analyse durchführen, um auf die Bewältigung des Phänomens sowohl in der Planungs- als auch in der Echtzeit-Betriebsphase vorbereitet zu sein. In diesem Zusammenhang kann die Kombination von Synchrophasor-Messsystemen (PMU/WAMS) zusammen mit fortschrittlichen Echtzeitsimulationen genügend Informationen zur Verbesserung der Planungs- und Betriebsentscheidungen liefern. Diese Präsentation zeigt die Erfahrungen des ecuadorianischen Stromversorgers bei der Strukturierung eines Testbeds für die PSS-Abstimmung unter Verwendung von eMEGAsim und einer Schulungsumgebung für Betreiber unter Verwendung von ePHASORsim, beide zusammen mit der WAMS-Plattform WAProtector

Jaime Cepeda ist ein ecuadorianischer Elektroingenieur. Er erwarb 2013 den Doktortitel an der Universidad Nacional de San Juan, Argentinien, und 2021 den Master in Big Data an der Universidad Europea Miguel de Cervantes, Spanien. Seine Doktorarbeit wurde 2014 mit dem "Domingo Faustino Sarmiento"-Preis ausgezeichnet, 2015 erhielt er den MIT Technology Review Innovators under 35 Award und 2021 erhielt er einen Preis für Innovation im Bereich Digitalisierung von CIER für PSS-Tuning mit WAMS. Er war Chief Executive Officer bei der ecuadorianischen Agentur für Energie und nicht erneuerbare Ressourcen und Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung des nationalen Stromversorgers CENACE. Zurzeit ist er auch als Teilzeit-Universitätsprofessor in Master- und Doktorandenprogrammen tätig. Seine besonderen Interessengebiete sind der Betrieb von Stromsystemen, WAMS und die Anwendung von Big Data und maschinellem Lernen in Stromsystemen.

Organisationskomitee

Fünfter Internationaler Workshop DynPOWER 2021

Vierter International Workshop DynPOWER 2020

Dritter Internationaler Workshop DynPOWER 2019

Zweiter Internationaler Workshop DynPOWER 2018

Erster Internationaler Workshop DynPOWER 2017