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Projektbeispiel: ACTUS

Einheitlicher Standard zur Abbildung von Finanzinstrumenten

Im Rahmen der globalen Initiative ACTUS (Algorithmic Contract Types Unified Standards) entwickelt ein Forschungsteam der ZHAW School of Engineering einen Standard zur konsistenten Darstellung von Finanzinstrumenten für analytische Zwecke.

Während der letzten Finanzkrise wurde ein Scheitern einerseits der Regulierung, andererseits auch der verwendeten Risikoanalysemethoden und -technologien deutlich. Zu weiten Teilen ist das Scheitern auch auf mangelhafte und uneinheitliche Datenqualität als Grundlage der Risikoanalyse zurückzuführen. Zur Verbesserung will das ACTUS-Projekt einen globalen Standard etablieren, der die konsistente Abbildung von Finanzinstrumenten mittels eindeutiger, standardisierter Kontrakttypen erlaubt.

Standard-Kontrakttypen für besseres Risikomanagement

Mit einem Set von etwa 30 Standard-Kontrakttypen (Algorithmic Contract Types, CT) können heute fast sämtliche in der Finanzwelt auftretenden Cash-Flow-Muster eindeutig definiert und in standardisierter Weise abgebildet werden.

Der ACTUS Software-Code wird im Rahmen einer Open-Source-Lizenz öffentlich zugänglich gemacht werden. Die Abbildung der Finanzkontrakte auf ACTUS Code kann wiederum in jede geeignete, proprietäre Daten- und Analyseplattform eines Finanzinstituts integriert werden.

Unterhalt und Betrieb von ACTUS als kontinuierliche Organisation im Bereich der Standardfestlegung wird von der finanziell unabhängigen ACTUS Users Association garantiert.

ACTUS ist an einer breiten Unterstützung durch schweizerische Finanzinstitute interessiert, welche die Initiative zur Standardisierung der ACTUS-Kontrakttypen fördern und mittelfristig von deren Vorteilen profitieren möchten.

Kombiniert mit der LEI-Initiative des Financial Stability Board verfolgt ACTUS folgende Ziele:

  • Vereinheitlichung der bankinternen Datenbasis zu sämtlichen Finanzinstrumenten und über sämtliche bankinternen Abteilungen hinweg (Handel, Back Office, Risk Management, Planung)
  • Verbesserung des unternehmensweiten Risk Managements dank einer konsistenten Datengrundlage
  • Verfeinerung der Regulierung und gleichzeitig eine massive Reduktion der bankinternen Kosten für Regulierungsaufwände
  • Bereitstellen einer konsistenten Datenbasis für eine echte Systemrisikoanalyse, welche neue Dimensionen in der Finanzforschung erlauben wird.

Alle Aktivitäten im Bereich Business Intelligence und Datenanalyse in Finanzunternehmen – sei es für interne Zwecke oder für regulatorische Anforderungen – werden durch die Anwendung eines solchen Standards in mehrfacher Hinsicht sehr stark beeinflusst und verändert. Erhöhte Transparenz, Effizienzvorteile bei der konsistenten Datenbearbeitung und ein verstärkter Fokus auf die Qualität und Vorhersagekraft der Analysen anstatt auf die Datenaufbereitung werden zu erheblichen Kostenersparnissen in Finanzinstitutionen führen.

Methode

ACTUS basiert auf der Unified Financial Analysis (UFA) -Methode. Dabei bilden standardisierte Kontrakttypen das zentrale Element der Modellierung. Der Kern der Modellarchitektur liegt in der konsequenten Trennung der bekannten Vertragsbedingungen von unbekannten Risikofaktoren (Märkte, Gegenparteien, Verhalten von Akteuren, zum Beispiel deren Sparverhalten).

ACTUS contract-centric analytical framework composed of three data layers; Input Elements, Contract Events, Analysis Elements.
ACTUS contract-centric analytical framework composed of three data layers; Input Elements, Contract Events, Analysis Elements.

Auswirkungen

Die strikte Trennung der faktisch bekannten und vereinbarten Vertragselemente eines Finanzinstruments von den unbekannten, von Risikofaktoren abhängigen Grössen bildet den Schlüssel zu einer konsistenten und standardisierten Finanz- und Risikoanalyse. Die ACTUS Open-Source Infrastruktur bietet sowohl Finanzinstituten als auch IT-Outsourcern im Bank- und Versicherungsbereich ein mächtiges Fundament für die konsistente Abbildung von Cash-Flow-Mustern und damit die Basis für eigene, proprietäre Modelle und Risikoanalysen.

Datenanalysen bei Finanzdienstleistern – sei es für interne Zwecke oder zur Erfüllung regulatorischer Anforderungen – werden durch die Anwendung eines solchen Standards stark beeinflusst und signifikant vereinheitlicht. Erhöhte Transparenz, Effizienzvorteile bei der konsistenten Datenbearbeitung sowie ein verstärkter Fokus auf die Qualität der Analysen anstatt auf die Aufbereitung der Daten dürften zu erheblichen Kostenersparnissen bei Finanzinstitutionen führen. Darüber hinaus könnte ACTUS einen substantiellen Beitrag zur Verbesserung der Stabilität und Effizienz im weltweiten Finanzsystem leisten. Wir können uns vorstellen, dass Finanzmarktregulatoren zukünftig direkt auf «ACTUS-Daten» bei Finanzinstituten zugreifen und Analysen beziehungsweise Auswertungen in eigener Regie durchführen kann. Dies würde zu einer signifikanten Entlastung bei der Erstellung und Konsolidierung der aufsichtsrechtlichen Berichterstattung von Finanzinstituten führen.

Auf einen Blick

Beteiligte Institute und Zentren:

Projektpartner:

    Finanzierung:

    In der Startphase wird ACTUS durch folgende Institutionen gefördert: Alfred P. Sloan Foundation, Stevens Institute of Technology, die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften sowie Deloitte. Danach soll ACTUS über eine Community von Finanzdienstleistern selbsttragend werden.

    Projektstatus: laufend

    Weiteres: 

    ACTUS ist an einer breiteren Unterstützung durch (schweizerische) Finanzinsititute interessiert, welche die Initiative zur Standardisierung der Kontrakttypen fördern und mittelfristig von deren Vorteilen profitieren möchten.

    Link: 

    www.projectactus.org | info@projectactus.org