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ZHAW-Spin-off Dermolockin für Jungunternehmerpreis nominiert

Gemeinsam mit fünf weiteren Start-ups steht das ZHAW-Spin-off Dermolockin im Finale um den Heuberger Winterthur Jungunternehmerpreis. Die junge Firma hat ein Bildgebungsverfahren für die Diagnose von Hautkrankheiten entwickelt. Der mit insgesamt 600‘000 Franken dotierte Award wird am 10. November vergeben.

So soll der zweite verbesserte Prototyp aussehen.
So soll der zweite verbesserte Prototyp aussehen.
Der erste Prototyp wurde bereits von Dermatologen getestet.
Der erste Prototyp wurde bereits von Dermatologen getestet.
Auf den Aufnahmen der Infrarotkamera sind stärker durchblutete Hautpartien farblich erkennbar.
Auf den Aufnahmen der Infrarotkamera sind stärker durchblutete Hautpartien farblich erkennbar.

Die sechs nominierten Jungunternehmen haben sich mit ihren Geschäftsideen im Halbfinale gegen zwölf weitere Start-ups durchgesetzt. Der Preis wird jedes Jahr von der Robert-und-Ruth-Heuberger-Stiftung gestiftet und gemeinsam mit der Standortförderung Region Winterthur verliehen. „Für uns ist es eine grosse Anerkennung, im Finale um den Jungunternehmerpreis dabei zu sein“, sagt Mathias Bonmarin, Gründer von Dermolockin und Dozent am Institut for Computational Physics (ICP) der ZHAW School of Engineering. Er und sein Team entwickeln ein innovatives Gerät zur Diagnose von Hautkrankheiten. Es soll Dermatologen als Instrument dienen, um Hautpartien künftig berührungsfrei mit einer Infrarotkamera zu untersuchen.

High-Tech-Verfahren aus der Industrie

Die dazu notwendige Technik nennt sich Aktive Thermographie. „Aktive Thermographie bedeutet, dass wir die Verschiedenheiten an der Hautoberfläche mittels gezielter Temperaturschwankungen und einer hochsensiblen Infrarotkamera bildhaft darstellen“, erklärt Mathias Bonmarin. „Diese Methode hat sich beispielsweise bereits in der Qualitätssicherung von Flugzeugbauteilen bewährt, da sie selbst kleinste Risse und Materialfehler identifiziert.“ Nun wird dieses High-Tech-Verfahren zur Untersuchung der menschlichen Haut angewendet. Während der Messung stimuliert ein periodisch wechselhaft temperierter Luftstrom die Haut. Eine Infrarotkamera erfasst diese auf der Hautoberfläche ausgelösten Temperaturschwankungen. Die Software verarbeitet die Messdaten und liefert für gesunde und kranke Haut unterschiedliche Signale.

Vielversprechende Testresultate

Das Diagnosesystem ist während der vergangenen zwei Jahre am Universitätsspital Genf getestet worden. „Wir haben festgestellt, dass sich unsere Methode prinzipiell für die Diagnose verschiedenster Krankheitsbilder eignet. Aber wir müssen noch an der Usability arbeiten, weil es den Dermatologen zu unhandlich war“, so Mathias Bonmarin. Auf Grundlage der Testresultate und der Rückmeldungen durch die Ärzte kann er das Gerät nun weiter verbessern. In Zusammenarbeit mit dem ZHAW-Zentrum für Produkt- und Prozessentwicklung (ZPP) soll bis 2017 ein zweiter, verbesserter Prototyp fertiggestellt und in unterschiedlichen Kliniken getestet werden. Die Gebert Rüf Stiftung unterstützt das Projekt finanziell. Mit dem Spin-off-Unternehmen Dermolockin will Mathias Bonmarin die Finanzierung und die zukünftige Vermarktung des Geräts weiter vorantreiben.

Über den Heuberger Winterthur Jungunternehmerpreis

Der Heuberger Winterthur Jungunternehmerpreis zeichnet überzeugende Geschäftsideen, innovative Produkte oder wegweisende Dienstleistungen aus der gesamten Deutschschweiz aus. Mit einem Preisgeld von insgesamt 600‘000 Franken ist die Auszeichnung nach wie vor die höchstdotierte der Schweiz. Zum siebten Mal wird sie dieses Jahr verliehen. Die Vergabe wird von der Standortförderung Region Winterthur organisiert und von einer Trägerschaft unterstützt.

Weitere Informationen:
www.jungunternehmer-preis.ch
www.dermolockin.com