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METPEX – für die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs

In einer wachsenden Gesellschaft mit immer grösseren Pendlerströmen gewinnt auch die Planung der Transportsysteme an Wichtigkeit. Um dabei ökonomischen, sozialen und ökologischen Anforderungen gerecht zu werden, hat die ZHAW School of Engineering im Rahmen eines EU-Forschungsprojektes ein Messinstrument mitentwickelt. Im Zentrum der Untersuchungen stehen die Reisenden selbst.

Um ein effizienteres Transportsystem auf hohem Niveau zu schaffen und den Service für Passagiere zu verbessern, haben Forschende aus elf Ländern im EU-Projekt METPEX (A MEasurement Tool to determine the quality of the Passenger EXperience) ein Messinstrument für die Qualität der kompletten Tür-zu-Tür-Reise erarbeitet. Das Messinstrument hilft dabei, das persönliche Erlebnis von der Planung bis zum Reiseziel zu untersuchen und Reisedaten von Passagieren zu sammeln. Künftig könnten Transportanbieter, politische Entscheidungsträger, Fahrzeughersteller und Gemeinden basierend auf diesen Reisedaten Verkehrsleistungen bewerten und mit spezifischen Massnahmen den öffentlichen Verkehr (ÖV) verbessern und effizienter gestalten.

«Ein dichtes Liniennetz allein macht noch keine zufriedenen ÖV-Nutzer.»

Merja Hoppe, Projektleiterin am Institut für Nachhaltige Entwicklung (INE)

Das entwickelte Messinstrument hilft dabei, das persönliche Erlebnis von der Planung bis zum Reiseziel zu untersuchen und Reisedaten von Passagieren zu sammeln.
Das entwickelte Messinstrument hilft dabei, das persönliche Erlebnis von der Planung bis zum Reiseziel zu untersuchen und Reisedaten von Passagieren zu sammeln.

Zehn Case Studies durchgeführt

Das Institut für Nachhaltige Entwicklung (INE) der ZHAW School of Engineering hat im Projekt METPEX den Fokus auf sozioökonomische Faktoren und Flächennutzung gesetzt. Wie diese die Transportleistungen und die Erreichbarkeit beeinflussen, ist in die Entwicklung des METPEX-Messinstrumentes eingeflossen. Das internationale Forschungskonsortium hat das Messinstrument bereits für zehn unterschiedliche Case Studies eingesetzt. «Das Besondere daran ist, dass nicht nur das Transportsystem an sich untersucht wird, sondern die Bedürfnisse und die Zufriedenheit der Passagiere», erklärt Dr. Merja Hoppe, die das Projekt am INE leitet. «Denn ein dichtes Liniennetz allein macht noch keine zufriedenen ÖV-Nutzer.»

«Eine gute Verkehrsanbindung ist hinfällig, wenn die Städte nicht mehr lebenswert sind.»

Merja Hoppe, Projektleiterin am Institut für Nachhaltige Entwicklung (INE)

Unzufriedenheit junger ÖV-Nutzer hat Folgen

Laut Hoppe hängt Zufriedenheit auch zu einem grossen Teil von der Situation ab. «In den Case Studies haben wir festgestellt, dass Seniorinnen und Senioren überraschenderweise recht zufrieden sind, obwohl gerade diese Zielgruppe im ÖV einige Hürden zu nehmen hat », so Merja Hoppe. Ihre Vermutung: Die Freizeitsituation erhöht die Toleranz gegenüber Unannehmlichkeiten. Im Gegensatz zur älteren Generation seien Berufspendler sowie Jugendliche am unzufriedensten mit ihrer ÖV-Situation. Merja Hoppe betont, dass sich eine bestimmte Einstellung zum ÖV – ob negativ oder positiv – früh in den Köpfen verankert. «Wenn sich Schüler und Studenten besonders unwohl im ÖV fühlen, werden sie sich – sobald es ihnen möglich ist – nach Alternativen umsehen und beispielsweise aufs Auto umsteigen.»

Städtische Dichte verursacht mehr Verkehr als man denkt

Ein ebenfalls interessantes Untersuchungsergebnis: Das Mobilitätsbedürfnis ist auf dem Land nicht grösser als in urbanen Gebieten. «Es ist paradox, aber die Leute fahren in der Stadt genau so viel wie auf dem Land», so Merja Hoppe. Ein Grund dafür: Obwohl Stadtbewohner vermeintlich alles Notwendige in unmittelbarer Nähe hätten, treibe sie die städtische Dichte hinaus. «Eine gute Verkehrsanbindung ist hinfällig, wenn die Städte nicht mehr lebenswert sind.» Inzwischen hat die Forschungsgruppe ihre Ergebnisse in Brüssel vorgestellt. Am INE plant man bereits weiterführende Projekte. Das Messinstrument soll auch in der Schweiz eingesetzt und weiter optimiert werden.

Auf einen Blick

Beteiligte Institute und Zentren:

Projektpartner:

  • COVUNI - Coventry University, Vereinigtes Königreich
  • INTR - Interactions, Irland
  • SIGNOSIS - Belgien
  • ITENE - Spanien
  • Eurokleis s.r.l. - Italien
  • POLITO - Politecnico di Torino, Italien
  • ANGRE - Regional Development agency of Grevena, Griechenland
  • KTH - KTH Royal Institute of Technology, Stockholm, Schweden
  • INTECO - Integral consulting, Rumänien
  • FIA - Federation Internationale de l’Automobile, Belgien
  • VTM - VTM Consultores, Portugal
  • JAREKS - JARZEMSKIS IR EKSPERTAI, Litauen
  • SBOING - Griechenland
  • TERO - Griechenland
  • RSM - Italien

Finanzierung: Europäische Kommission

Projektstatus: beendet