Masterstudio Lukas Spirig 2015

Baukunst heute

Das IKE versteht sich als Kompetenzzentrum für Baukunst heute. Die Aktualisierung des klassischen Begriffs der Baukunst verweist auf dessen ungebrochene Relevanz: Er benennt den Anspruch, gestalterisch kulturelle wie auch technisch ökonomische Fragen gesamtheitlich zu betrachten. Die Rolle des Architekten wird weiterhin als generalistischer Entwerfer und Koordinator verstanden, der die Prämissen des Bauens vor dem Hintergrund heutiger Normen und Vorschriften, aktueller Anforderungen an Nachhaltigkeit, Komfort und Bauphysik weiterentwickelt. Er lotet den Spielraum des von Halbfabrikaten beherrschten Baumarktes aus, setzt sich mit Fragen der Anwendungstechniken und Materialgerechtigkeit auseinander und reagiert angemessenen – innovativ bis widerständisch – auf die Veränderungen des Bauwesens der letzten Jahrzehnte. Baukunst heute ist eine Forschungsplattform für Themen, die materielle, strukturelle und allgemein konstruktive Fragen unter Berücksichtigung der Produktionsbedingungen auf allen Massstabsebenen systematisch behandelt und nach zukunftsorientierten Lösungen sucht.

«Die materiellen Bedingungen der Architektur werden im Entwurfsprozess jederzeit mitgedacht.»

Materielle Bedingungen des Bauens

Konstruktion hat zu tun mit der korrekten und angemessenen Anwendung oder Verwendung von Materialien. Dabei kann unterschieden werden zwischen der technischen und der ästhetischen (ideologischen) Verwendung von Materialien. Die technisch-materielle Bedingung des Bauens beschäftigt sich mit der korrekten technischen und bauphysikalischen Anwendung verschiedener Konstruktionsprinzipien.

Die ästhetische-materielle Bedingung des Bauens untersucht vor allem die symbolischen Ausdruckseigenschaften des Materials. Dabei geht es um kulturelle, gesellschaftliche Zusammenhänge und um die Bedeutungen von Materialien und ihrer Verwendung.

Projekte am Zentrum Konstruktives Entwerfen führen die technisch-materiellen und die ästhetisch-materiellen Bedingungen des Bauens zusammen. Sie respektieren und nutzen die Eigenheiten der Stoffe und Bauweisen, sie lassen aber auch Raum für vorweggenommene Innovation. Neues kann durch das Ausloten noch unbekannter Möglichkeiten bekannter Stoffe und Konstruktionen entstehen oder durch die Suche nach angemessenen physischen Mitteln zum Erzielen erwünschter, neuartiger Wirkungen. Entwurf und Forschung sind untrennbar miteinander verbunden: Aus dem Entwurf heraus stellen sich die Fragen, die Forschung notwendig machen.

Masterstudio Konstruktives Entwerfen I

Atelierdiskurse