Dissozialität, Delinquenz, Kriminalität
Ein Handbuch für die interdisziplinäre Arbeit
Schildknecht, Huldreich: Dissozialität, Delinquenz, Kriminalität: Ein Handbuch für die interdisziplinäre Arbeit / Mayer, Klaus + Schildknecht, Huldreich (Hrsg.). - 1. Aufl. - Zürich: Schulthess, 2009.
ISBN/ISSN: 978-3-7255-5728-8
Beteiligte ZHAW-AutorInnen
Huldreich Schildknecht
Inhalt:
Vorwort, Autorinnen und Autoren, Abbildungsverzeichnis, Einleitung
I. Grundlagen (8 Beiträge)
II. Arbeitsfelder (11 Beiträge)
III. Interventionsformen, Methoden und Instrumente (12 Beiträge)
Normverletzendes Verhalten stellt für unsere Gesellschaft eine Herausforderung dar, der sie ständig neu begegnen muss. Bisherige Ansätze der professionellen Arbeit mit delinquenten Menschen sind besonders in den letzten Jahren in vielen Punkten hinterfragt und überprüft worden. Dieser kritische Blick, der sowohl von Gesellschaft und Medien, aber auch von den Praktikern selbst auf dieses Tätigkeitsfeld geworfen wurde und wird, hat zu einem dynamischen Professionalisierungsprozess geführt, der eine ganze Reihe spezieller Anforderungen an alle Akteure stellt. So haben sich die Ziele der Arbeit verändert und präzisiert. Neben der klassischen Aufgabe der (Re-)Sozialisierung tritt das Ziel der Rückfallprävention stärker in den Vordergrund. Die Anforderungen an die Dokumentation der geleisteten Arbeit und den Nachweis der Wirksamkeit sind gestiegen und werden weiter steigen. Die Öffentlichkeit reagiert sensibilisiert auf Rückfälle oder Vorfälle während des Sanktionenvollzugs. Die Erfassung, Bewertung und das Management von Risiken nehmen einen zunehmend höheren Stellenwert ein. Hinzu kommt eine ständige Verbesserung der Angebote und Leistungen der Integrationsförderung.
Diese Entwicklungen finden in einem Arbeitsfeld statt, das hoch arbeitsteilig organisiert ist. Die Arbeit mit dissozialen oder delinquenten Personen wird in einer breiten Vielfalt von Behörden und Institutionen geleistet und ist zudem stark interdisziplinär geprägt. Neben Sozialarbeitenden arbeiten Juristen, Pädagogen, Mediziner, Psychologinnen, Sozialwissenschaftler, Vollzugs- sowie Betriebswirtschafts- und Verwaltungsfachleute zusammen, was im Alltag hohe Anforderung an die Kommunikationskompetenzen der Einzelnen stellt.
Diese Herausforderungen haben zu einem Professionalisierungsprozess geführt, der derzeit im deutschsprachigen Raum nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland und Österreich stattfindet. Interdisziplinär angelegte Tagungen und Weiterbildungen sowie neue Ausbildungsmöglichkeiten ermöglichen es den Praktikerinnen und Praktikern, sich fit zu machen für die Anforderungen dieses spannenden, bisweilen aber auch sehr anstrengenden Arbeitsfelds.
Mit dem Weiterbildungs-Masterstudiengang Dissozialität, Delinquenz, Kriminalität und Integration leistet das Departement Soziale Arbeit der Zürcher Fachhochschule, ZHAW, in Kooperation mit dem Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich (JuV) einen substanziellen Beitrag zur Professionalisierung sozialer Berufe auf diesem Gebiet.